Die 2. Handball-Bundesliga biegt so langsam auf die Zielgerade ein. Noch acht Spiele sind in dieser Spielzeit zu absolvieren, der TUSEM Essen liegt mit 15:37-Punkten auf dem 16. Tabellenplatz, einen Zähler vor den Abstiegsplätzen. Ein Auswärtssieg in Dessau-Roßlau hätte also gut getan, doch bekanntermaßen gingen die Essener beim DRHV leer aus. Und es war eine dieser Niederlagen, die sich in dieser Saison schon häufiger zugetragen haben, nämlich aus der Kategorie unnötig und vermeidbar. Nach ausbaufähigen ersten 15 Minuten drehte der TUSEM auf, drehte das Spiel zur Halbzeit und lag auch im zweiten Durchgang zunächst in Front. Doch die Essener verpassten es, die Führung auszubauen und kassierten schließlich einen 0:6-Lauf, von welchem sie nicht mehr erholen sollten. Manch ein Zuschauer mag sich an die Großwallstadt-Partie erinnert haben, eine gewisse Duplizität der Ereignisse war nicht von der Hand zu weisen. Das sieht auch TUSEM-Cheftrainer Kenji Hövels ganz ähnlich: „Auch für mich war es ein Stück weit Großwallstadt 2.0. Wir schlagen uns zu oft selber, weil wir unsere guten Phasen nicht konsequent nutzen. Es ist teilweise schwierig, da inhaltlich anzusetzen,, weil wir vieles wirklich nicht schlecht machen. Das hört sich vielleicht auch doof an, wenn man verliert. Was wir nicht gut gemacht haben, waren unsere Fehlwürfe und die Anzahl der technischen Fehler. Gerade auswärts geht es dann um Kleinigkeiten.“
TUSEM will nochmal ein „Bietigheim-Spiel“ zeigen – Das Hinspiel geriet zum Fiasko
Seit Kenji Hövels im Amt ist, spielen die Essener in eigener Halle ziemlich erfolgreich, mit Ausnahme der Niederlage gegen Hagen. Von sechs Hövels-Heimspielen gewann der TUSEM drei Partien, dazu gesellen sich zwei Unentschieden gegen Lübbecke und Bietigheim. Und gerade das jüngste 33:33 gegen den Tabellenführer gibt den Essenern Selbstvertrauen für die Aufgabe am Freitag, die allerdings nicht gerade leichter ist. HBW Balingen-Weilstetten steht derzeit auf dem zweiten Platz und hat zuletzt acht Spiele am Stück gewonnen. Die Mannschaft von Cheftrainer Matthias Flohr stellt mit 853 Toren die zweitbeste Offensive der Liga, was der TUSEM im Hinspiel (26:43) deutlich zu spüren bekommen hat. Die Sporthalle „Am Hallo“ ist allerdings kein dezidierter Lieblingsort der Süddeutschen, den letzten Auswärtssieg holte Balingen im November 2018. Geht es nach Kenji Hövels, kann diese Serie gerne länger bestehen bleiben, wenngleich der 32-Jährige die aktuellen sportlichen Verhältnisse gut einordnen kann: „Inhaltlich wird es nochmal ein anderes Spiel als gegen Bietigheim. Ich finde, dass Balingen mit den besten und breitesten Kader der Liga hat und sie dadurch auf hohem Niveau wechseln können. Es ist für uns wirklich eine sehr schwere Aufgabe, aber das Bietigheim-Spiel kann uns Mut machen, weil wir zuhause sehr eklig sein können und das wollen wir auf die Platte bringen.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich am Freitag in die Halle begibt und die Jungs lautstark unterstützt. Tickets gibt es unter tusemessen.de/tickets und an den Abendkassen. DYN überträgt ab 18:40 live und on demand, als Experte wird Ex-TUSEM-Spieler Dennis Szczesny zu Gast sein.
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