Empfindliche Niederlage im Kellerduell: TuSEM verliert Derby in Hamm

Spielbericht 10.10.2026
Der TuSEM Essen hat am 7. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga das Derby beim Aufsteiger ASV Hamm-Westfalen verdient mit 30:37 (16:18) verloren und bleibt somit weiterhin sieglos Tabellenletzter. Auf Essener Seite war Max Hejny mit sechs Toren erfolgreichster Torschütze, auf ASV-Seite überragte der kurzfristig verpflichtete Neuzugang Aleksandar Capric mit zehn Toren und zwei Vorlagen.

Über 100 Essener Fans hatten sich am Freitagabend auf den Weg in die WESTPRESS Arena gemacht, um ihre Mannschaft vor Ort zu unterstützen. Beiden Teams inklusive Fanlagern war bewusst, dass viel Druck auf der Partie lastet, auch der ASV hatte bislang lediglich zwei Punkte sammeln können. Den besseren Start ins Spiel erwischte der TuSEM, der sich nach einer ausgeglichenen Anfangsphase erstmalig mit drei Toren absetzen konnte (4:7, 10. Minute). Die Essener schafften es jedoch nicht, mehr Kapital aus dieser Führung zu schlagen und gaben den Vorsprung recht schnell wieder her. Bereits acht Minuten später brachte der vom ThSV Eisenach gekommene Neuzugang Aleksandar Capric den ASV seinerseits in Führung (11:10, 18. Minute). Capric wechselte erst am Donnerstag nach Hamm und erwischte einen absoluten Sahnetag. Bis zur Halbzeit blieb das Spiel in Gänze ausgeglichen, wenngleich den Hammern die letzten Minuten gehörten, in denen die Mannschaft von Ex-TuSEM-Trainer Jamal Naji die Führung auf zwei Tore ausbaute und diese mit in die Kabinen nahm.

Auch nach der Pause kämpften beide Teams verbissen um jeden Zentimeter. Was auffiel: Die Defensivreihen inklusive Torhüter bekamen hüben wie drüben nahezu keinen Zugriff. Der TuSEM konnte den Pausenrückstand schnell egalisieren und war auch beim 24:23 durch Kapitän Max Neuhaus weiterhin in Schlagdistanz. Doch dann folgte ein verhängnisvoller Bruch: Der ASV zog mit einem 5:0-Lauf auf 29:23 davon, den Essenern entglitt komplett der Zugriff auf das Spiel. TuSEM-Cheftrainer Kenji Hövels ließ nichts unversucht, wechselte viel durch und stellte auch die Abwehr offensiver ein, was jedoch nicht den gewünschten Effekt brachte. Der ASV brachte den zweiten Saisonsieg souverän nach Hause, die Essener konnten am Ende sogar ein Stück weit glücklich sein, dass die Niederlage nicht noch höher ausfiel. Nach Abpfiff stand den TuSEM-Spielern die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, während der ASV zwei ganz wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt feierte.

Kapitän Max Neuhaus rang nach dem Spiel ein wenig um Worte, als er auf die Phase nach dem 24:23 angesprochen wurde: „So kurz nach Abpfiff ist das Ganze schwer zu erklären. Wir machen Fehler, verwerfen einiges und haben schnelle Ballverluste. Wir machen dann die Abwehr auf, was auch zu einfachen Gegentoren führt. Wir hatten uns heute viel vorgenommen, wenn du dann aber mit fünf Toren hintenliegst, ist es schwer, weiterzumachen. Wir haben es natürlich versucht, aber man merkt einfach, dass die Köpfe runtergehen. So kommt diese Niederlage zustande, die in der Höhe nicht notwendig ist.“ Auch Trainer Kenji Hövels kannte an, dass die eigene Defensivleistung ursächlich für die Niederlage war: „Glückwunsch an den ASV und Jamal zum Sieg. Die ersten 43 Minuten ist das Spiel ausgeglichen, beide Mannschaften hatten ihre Momente. Für mich war klar, dass die Mannschaft das Spiel gewinnt, die besser verteidigt. Und das hat Hamm heute einfach besser gemacht als wir. Wir verwerfen zu viele Bälle und auch die offensive Abwehr hat dann nicht so gut funktioniert. Dann war das Spiel weg, das muss man so sagen. Für uns ist es ein ganz bitterer Tag, auch weil die Niederlage so deutlich ist. Wir haben wirklich harte Arbeit vor uns.“ Für den TuSEM geht es nun mit einem Heimspiel weiter, das im Zeichen des hundertjährigen Jubiläums steht. Am Montag (19. Oktober) empfangen die Essener den TV Emsdetten in der Arena „Am Hallo“. Anwurf ist um 19:30 Uhr.

ASV Hamm-Westfalen – TuSEM Essen 37:30 (18:16)

ASV Hamm-Westfalen: Budalic (vier Paraden, 21 Prozent), Colodeti (sieben Paraden, 32 Prozent) – Huesmann (4/2), Gabrielsson (1), Horvath-Garaba, Capric (10), Böttcher, Machner (2/1), Kreiselmaier (3), Kühn (4), Klinge (2), Firnhaber (3), Bornemann (5), Öhler, Jacobs (3), Coßmann

TuSEM Essen: Knaack (eine Parade, neun Prozent), Diedrich (sechs Paraden, 19 Prozent) – Mart (4/3), Göttler, Willner (5), Zunic, Faljic, Homscheid (2), Eißing (3), Schley, Wolf (1), Neuhaus (4), Kostuj (2), Hejny (6), Mast (3), Werschkull

Siebenmeter: 3/5 – 3/3

Zeitstrafen: 4 – 2

Schiedsrichter: Matthias und Sebastian Klinke (Bordesholm)

Zuschauer: 2014 in der WESTPRESS Arena

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