Nach dem Heimsieg gegen Dormagen stand für den TUSEM nun die erste weitere Auswärtsfahrt der Saison an. Es ging zum ambitionierten 1.VfL Potsdam und zu Trainer Bob Hanning, dem gebürtigen Essener und guten Freund von Michael Hegemann. 60 Minuten lang musste die Freundschaft jedoch ruhen, denn beide Teams wollten sich nicht schenken.
Die Gäste aus dem Ruhrgebiet starteten mit Selbstvertrauen und Tempo, allerdings nicht ganz fehlerfrei. Im Abschluss haperte es teilweise, dafür konnten sie sich an diesem Abend auf ihre Defensive verlassen. Gestützt von einem erneut gut aufgelegten Torhüter Lukas Diedrich, der allein in der ersten Halbzeit acht Paraden verzeichnen konnte. So konnte sich der TUSEM nach einer guten Viertelstunde leicht absetzen, auch weil Max Neuhaus mit einigen Würfen aus der Distanz erfolgreich war, ebenso wie Julius Rose. Man sah dem Team von der Margarethenhöhe die Überzeugung in vielen Aktionen an, während sich die Potsdamer teilweise zu Fehlern hinreißen ließen. Das 13:11 für den TUSEM war zur Pause durchaus verdient und machte Hoffnung auf den ersten Auswärtssieg.
Und diese Hoffnung beflügelte offenbar für den zweiten Durchgang, in dem die Essener versuchten weiter Tempo zu machen und in der Abwehr stabil zu bleiben. Vor allem letzteres gelang von Minute zu Minute besser. Potsdam biss sich einige Male die Zähne aus, fand oft kein Durchkommen. Der TUSEM verteidigte diszipliniert, hätte nur im Angriff noch mehr Kapital aus der Abwehrarbeit schlagen müssen. Dort leistete er sich allerdings ein paar Ungenauigkeiten und Zeitspiele, weshalb die vorzeitige Entscheidung ausblieb.
So blieb es bis zum Schluss spannend, denn die Gastgeber ließen sich nicht abhängen. Moritz Sauter tauchte einige Male gefährlich vor dem gegnerischen Tor auf und machte seinem Team Hoffnung. Auf der anderen Seite fand der TUSEM aber doch immer die richtige Antwort. Philipp Asmussen belohnte seine gute Leistung mit vier Treffern, zudem bewies Nils Homscheid vom Siebenmeterstrich Nervenstärke. Auch in den Schlusssekunden verwandelte der Rückraumspieler eiskalt, weshalb die Potsdamer keine Chance mehr hatten das Spiel zu drehen. Somit durfte der TUSEM über den Auswärtserfolg jubeln.
„Ich bin sehr zufrieden. Die Jungs haben über 60 Minuten unglaublich gut verteidigt und wir hatten eine richtig gute Torhüterleistung. Im Angriff haben wir auch wieder einen Schritt nach vorne gemacht, auch wenn wir es in der zweiten Halbzeit nicht mehr so konsequent gespielt haben. Aber wir haben es eben nicht zugelassen, dass Potsdam das Spiel dreht. Das war der Schlüssel. Die Bereitschaft, Leidenschaft und Emotionalität der Jungs waren hervorragend und wir sind glücklich über den Sieg. In Potsdam zu gewinnen ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte TUSEM-Trainer Michael Hegemann nach dem Spiel.
Für den TUSEM bleibt nicht allzu viel Zeit zum Durchatmen, denn schon am kommenden Dienstag (19. September) geht es weiter. Dann steht das DHB-Pokal-Spiel beim Drittligisten HC Oppenweiler/Backnang an, Anwurf in der Gemeindehalle Oppenweiler ist um 19 Uhr.
1.VfL Potsdam – TUSEM Essen 23:24 (11:13). Potsdam: Ludwig (1), Holer; Hansson, Simic (2), Beneke (2), Kofler, Thiele, Nowak (1), Grüner (2), Akakpo (2), Orlov (1), Gorpishin, Roosna (7/5), Fuhrmann, Sauter (5), Kraus. TUSEM: Fuchs, Diedrich; Wolfram (1), Wilhelm (1), Homscheid (5/4), Asmussen (4), Eißing, Szczesny (2), Seidel, Klingler, Neuhaus (4), Kostuj, Rose (4), Mast (3), Schoss. Schiedsrichter: Zollitsch (Minden)/Völkening (Bad Oeynhausen). Siebenmeter: 5/7 – 4/4. Strafminuten: 10 – 8. Zuschauer: 824.
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