Toller Kampf bleibt vergebens: TuSEM unterliegt Spitzenteam Leipzig

Toller Kampf bleibt vergebens: TuSEM unterliegt Spitzenteam Leipzig
Spielbericht 03.10.2026
Handball-Zweitligist TuSEM Essen muss auch nach dem sechsten Spieltag auf den ersten Saisonsieg warten. Die Mannschaft von Cheftrainer Kenji Hövels unterlag am Freitagabend dem SC DHfK Leipzig mit 32:35 (14:19) und verpasste somit nach dem Pokalerfolg Mitte August die erneute Überraschung gegen den Erstliga-Absteiger. Vor 1647 Zuschauern in der Sporthalle „Am Hallo“ war Felix Mart mit acht Treffern erfolgreichster Torschütze, auf Leipziger Seite überragte Franz Semper mit neun Toren.

Nach der 28:32-Niederlage gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke ging der TuSEM mit einigen Sorgenfalten in das dritte Heimspiel in Serie. Doch die junge Mannschaft ließ sich die Negativserie zu Beginn nicht anmerken. Max Hejny erzielte nach drei Minuten die erste Führung für die Essener (2:1). In der Folge blieb die Partie arg umkämpft, bis zum 10:11 durch Felix Mart (21. Minute) waren die Essener absolut in Schlagdistanz. Doch dann folgten fehlerhafte zwei Minuten, die Leipzig mit einem 0:4-Lauf brutal ausnutzte. Wen der TuSEM überhaupt nicht in den Griff bekam, war Ex-Nationalspieler Franz Semper. Der Linkshänder erzielte acht seiner neun Tore vor dem Seitenwechsel und war an diesem Abend kaum zu stoppen. Die Essener schüttelten sich, konnten auf drei Tore verkürzen, ehe Leipzig wiederum davonzog. Mit einem 14:19 ging es in die Kabine.

Die allgemeine Leistung des TuSEM war beileibe keine schlechte, der Qualitätsunterschied war schlichtweg zu deutlich. Dies führte sich auch im zweiten Durchgang fort, Luka Rogan traf für die Gäste gar zur ersten Sechs-Tore-Führung (17:23, 36. Minute). Doch die Essener zeigten Moral, auch wenn es lange nicht danach aussah, dass das Spiel noch einmal kippen könne. Ein 3:0-Lauf durch Mart, Willner und erneut Mart brachte die Gastgeber zwar auf 20:23 heran, doch Leipzig konterte diese kurzen Essener Zwischenhochs mit schnellen Treffern. Finn Schroven erzielte in Minute 52 das 26:31 für den SC, der sich zu diesem Zeitpunkt wohl endgültig auf der Siegerstraße wähnte. Zwar versuchte der TuSEM alles, verkürzte zweimal auf minus drei Tore, doch Leipzig blieb cool. Nur in der absoluten Crunchtime flatterten den Ostdeutschen die Nerven, als die Essener binnen einer Minute aus einem 29:34 ein 32:34 (59.) machten. Der 32:35-Treffer von Leipzigs Tom Koschek Sekunden später ließ jedoch alle zarten Essener Hoffnungen auf eine spektakuläre Aufholjagd zerplatzen.

Auf der anschließenden Pressekonferenz zeigte sich Gästetrainer Frank Carstens zufrieden mit der Darbietung seiner Mannschaft und hatte auch lobende Worte für die Essener parat: „Ich stand vor sechs Wochen schonmal hier und kann dem TuSEM wieder nur ein Kompliment machen für die Leistung, kämpferisch und offensiv war das sehr stark und hat uns das Leben schwer gemacht. Wir sind dieses Spiel völlig anders angegangen als noch im Pokal und waren sehr konsequent in unseren Aktionen. Am Ende hat uns der TuSEM noch einmal richtig gestresst. Wir freuen uns über die Punkte, die waren wichtig. Ich wünsche dem TuSEM alles Gute für die Saison, ihr seid auf einem guten Weg.“

Essens Cheftrainer Kenji Hövels zollte seinem Team Respekt für die kämpferische Leistung: „Ich finde, dass wir richtig gut in das Spiel reinkommen, haben es vorne grundlegend gut gemacht. Dann kriegen wir vor der Pause diesen 0:4-Lauf und gehen mit minus fünf in die Halbzeit, was vom Gefühl her zu hoch war. Wir stecken aber nicht zurück, machen dann aber ein paar Fehler zu viel. Ich glaube aber, dass dieses Spiel für meine Mannschaft viel Wert sein kann, wir haben in den letzten Wochen schlechten Handball gespielt, das haben wir heute besser gemacht.“

Für den TuSEM steht nun ein Auswärtsspiel auf dem Programm, am kommenden Freitag (9. Oktober) treffen die Essener im Derby auf den ASV Hamm-Westfalen. Anwurf ist um 19:30 Uhr.

TuSEM Essen – SC DHfK Leipzig 32:35 (14:19)

TuSEM Essen: Knaack (sieben Paraden, 25 Prozent), Diedrich (drei Paraden, 18 Prozent) – Mart (8/5), Göttler, Willner (4), Zunic, Faljic (1), Homscheid (5), Eißing (3), Schley, Wolf, Neuhaus (5), Kostuj, Hejny (3), Mast, Werschkull (3)

SC DHfK Leipzig: Suljakovic (acht Paraden, 29 Prozent), Mrkva (drei Paraden, 27 Prozent) – Haake, Binder (5), Klima (2), Peter (6/2), Schroven (2), Hinriksson (2), Gauer, Semper (9), Rogan (3), Voß, Bombac (3), Preuss (2), Hertzfeld, Koschek (1) Zeitstrafen: 2 – 4

Siebenmeter: 5/5 – 2/2

Schiedsrichter: Julian Fedtke & Niels Wienrich (Berlin)

Zuschauer: 1647 in der Arena „Am Hallo“

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