Auf Punktejagd im hohen Norden: TUSEM trifft auf Lübeck-Schwartau

Auf Punktejagd im hohen Norden: TUSEM trifft auf Lübeck-Schwartau
Vorbericht 30.04.2026
Nach der unglücklichen Niederlage gegen den HC Elbflorenz (32:33) steht für den TUSEM Essen das nächste Auswärtsspiel auf dem Programm. Am Freitagabend (01. Mai) trifft die Mannschaft von Cheftrainer Kenji Hövels auf den VfL Lübeck-Schwartau. Anwurf ist um 19 Uhr.

Am vergangenen Sonntag hat die 2. Handball-Bundesliga ihre wohl skurrilsten Schlusssekunden der aktuellen Saison erlebt. Die Protagonisten: Dresdens Doruk Pehlivan und Oliver Seidler, die Essener Finn Knaack und Tom Wolf, ein Torpfosten und ein ominöser Buzzer. Doch was war passiert? Der HC Elbflorenz ist fünf Sekunden vor Schluss beim Spielstand von 32:32 im Angriff. Der Ball kommt zu Doruk Pehlivan, der an diesem Tag ein überragendes Spiel macht. Der 27-Jährige wirft, scheitert allerdings am Pfosten. TUSEM-Torwart Finn Knaack war indes im bedrohten Eck, im ersten Moment sah es so aus, als wäre der U-19-Weltmeister am Ball gewesen. Am Kreis kämpfen Tom Wolf und Oliver Seidler um den Abpraller, mit dem besseren Ende für den Essener: Wolf klärt den Ball Richtung Toraus, die Sirene ertönt, Wolf spurtet voller Freude über die Platte, rennt Teamkollege Willner dabei förmlich um, die Halle steht Kopf.

Doch ziemlich schnell kehrt eine gewisse Skepsis ein: Der Zeitnehmertisch hat etwas zu bemängeln. Minutenlange Beratungen mit den Schiedsrichtern folgen, das Ergebnis: Ein zu früh betätigter Auszeit-Buzzer wird nachträglich geahndet, Dresden bekommt noch einen Siebenmeter zugesprochen. Die knapp 2000 Zuschauer in der Sporthalle „Am Hallo“ können es nicht fassen und machen ihrem Unmut lautstark Luft, der erst 20-jährige Louis Bensch bleibt allerdings bemerkenswert cool und wirft den HCE doch noch zum Auswärtssieg. Ein bizarres Ende eines tollen Handballspiels, welches TUSEM-Cheftrainer Kenji Hövels erst einmal verdauen musste: „Es hat ein, zwei Tage gedauert, dann habe ich das aber auch abgehakt. Letztendlich bleibt es einfach eine bittere Sache. Nichtsdestotrotz war ich schon sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft, auch wenn wir am Ende ohne Punkte dastehen. Wenn man sich die letzten Wochen anschaut, sieht man klare Fortschritte, auch verglichen mit den Hinspielergebnissen. Dass wir gegen Bietigheim und Dresden, aber auch zum Beispiel in Potsdam für Punkte infrage kommen, bewerte ich positiv. Jetzt gilt der Fokus den kommenden Aufgaben.“

Fünf Spiele noch für den Klassenerhalt – Hövels lobt den Lübecker Angriff

Durch die Niederlage sind der TUSEM und die HSG Krefeld nun wieder punktgleich, da die „Eagles“ tags zuvor dem VfL Lübeck-Schwartau einen Zähler abknöpften (28:28). Fünf Spiele stehen in dieser Saison noch aus, die Dramatik im Abstiegskampf nimmt immer mehr zu. Am Tag der Arbeit treffen nun also die Essener auf Lübeck und somit auf einen Gegner, der seit vier Spielen ungeschlagen ist. Die Mannschaft von Cheftrainer David Röhrig spielt eine völlig solide Saison und steht derzeit auf dem 9. Tabellenplatz. Im Hinspiel kassierte der TUSEM eine unnötige 28:30-Niederlage gegen den VfL. Mit einem Sieg möchten sich die Essener wieder von den Krefeldern absetzen, wenngleich die Aufgabe in Lübeck keine leichte ist, wie Hövels weiß: „Lübeck ist für mich, was die Offensive angeht, eine Top-5-Mannschaft der Liga. Sie haben gute Schützen und sind in der Isolation brandgefährlich. Das wird für uns defensiv eine große Aufgabe. Am Ende wird wahrscheinlich die Mannschaft gewinnen, die den Angriff des Gegners besser kontrollieren kann.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich am Feiertag auf den Weg macht, um die Jungs in der Hansehalle zu unterstützen. Tickets gibt es unter https://www.ticket-onlineshop.com/ols/bsw/. DYN überträgt ab 18:40 Uhr live und on demand.

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