Saisonabschluss in Ferndorf: TUSEM kann am letzten Spieltag befreit aufspielen

Saisonabschluss in Ferndorf: TUSEM kann am letzten Spieltag befreit aufspielen
Vorbericht 05.06.2026
Nach dem Heimsieg gegen die HSG Nordhorn-Lingen (35:34) und der Niederlage der HSG Krefeld Niederrhein gegen Lübbecke (33:34) steht endlich fest: Der TUSEM Essen spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Handball-Bundesliga. Am Samstag (6. Juni) steht nun der letzte Spieltag auf dem Programm, die Essener sind beim TuS Ferndorf zu Gast. Anwurf ist um 18 Uhr.

Es ist vollbracht: Der TUSEM Essen hat den Klassenerhalt in der 2. Handball-Bundesliga geschafft! Ursächlich dafür waren zwei Ergebnisse am letzten Spieltag – der eigene Heimsieg gegen Nordhorn-Lingen sowie die Niederlage von Krefeld gegen den TuS Nettelstedt-Lübbecke. Die Essener hatten am Freitag vorgelegt, das 35:34 gegen die HSG war zweifelsohne verdient, wenngleich Team und Zuschauer am Schluss gehörig zittern mussten. Der TUSEM spielte allerdings den letzten Angriff äußerst clever herunter und bereitete den scheidenden Spielern um den an diesem Abend überragenden Dominik Plaue einen schönen Abschied in eigener Halle. Durch diese zwei Punkte war klar: Sollte die HSG Krefeld im Heimspiel gegen Nettelstedt verlieren, stünde der Essener Klassenerhalt fest. Und tatsächlich: In einem nicht minder spannenden Spiel setzten sich die Ostwestfalen mit 34:33 durch und leisteten dem TUSEM Schützenhilfe. An dieser Stelle ist es angebracht, den Krefeldern für ihre starke Saison als Aufsteiger Respekt zu zollen und der Mannschaft um die Ex-Essener Mark Schmetz, Niklas Ingenpaß und Julius Rose alles Gute für die kommende Spielzeit in der 3. Liga zu wünschen.

Der TUSEM kann hingegen für die Zweitklassigkeit planen, was nicht zuletzt ein großer Verdienst von Kenji Hövels ist. Der 32-Jährige übernahm im Dezember 2025 das Traineramt bei den Essenern, stabilisierte das blutjunge Team sichtlich und hat mit seinen Spielern nun das große Ziel Klassenerhalt erreicht. Das Krefelder Spiel gegen Nettelstedt hat er zunächst nicht großartig verfolgt, allerdings aus gutem Grund: „Ich war mit der Familie essen und habe nur immer mal wieder aufs Handy geguckt, um das Ergebnis zu checken. Die letzten drei Minuten habe ich aber dann geschaut, weil es nicht mehr ausgehalten habe.“ Hövels hat mit seinem Team eine bewegte Rückrunde erlebt, die immer wieder von Rückschlägen geprägt war. Nach einem starken Start mitsamt Siegen gegen Ludwigshafen, Oppenweiler/Backnang und Krefeld musste der TUSEM quälend lange auf den nächsten Erfolg warten, genauer gesagt bis zum 37:28-Heimsieg gegen Coburg. In dieser Phase verspielten die Essener Siege gegen Bietigheim und Potsdam, kassierten unglaublich bittere Niederlagen gegen Dresden und Großwallstadt und konnten sich einfach zu selten für gute Leistungen belohnen. Hövels kann nun befreit auf diese Zeit blicken: „Es gab wirklich mehrere Momente, die für uns schwer waren. Das fängt schon kurz nach der Vorbereitung an, wo sich mehrere Leistungsträger verletzt haben, was dann natürlich Auswirkungen auf uns hatte. Ich bin stolz auf die Mannschaft, wie sie mit damit umgegangen ist, wir mussten teilweise schon improvisieren. Das Dresden-Spiel war schwer, Großwallstadt genauso, auch Potsdam ist mir in Erinnerung geblieben. Das waren mentale Rückschläge. Der Schlüssel zum Erfolg war, dass wir das alles immer gut eingeordnet haben und den Blick für das große Ganze nicht verloren haben.“

„Die Anspannung hochhalten“: TUSEM will mit einem Sieg in die Sommerpause gehen

Nun stehen die letzten 60 Minuten auf dem Programm, die aus sportlicher Sicht recht bedeutungslos daherkommen. Mit einem Sieg in Ferndorf würde der TUSEM die Siegerländer überholen, auch den TV Großwallstadt (zwei Punkte und 22 Tore besser, spielt in Coburg) könnten die Essener theoretisch noch abfangen. Vor einigen Wochen sah es derweil noch danach aus, dass sich dieses letzte Spiel in Ferndorf zu einem ultimativen Abstiegs-Showdown entwickeln könnte, da auch der TuS lange gegen den Abstieg kämpfen musste. Doch die Mannschaft von Cheftrainer Ceven Klatt hat den Klassenerhalt bereits seit zwei Wochen sicher, somit können beide Mannschaften befreit in die Partie gehen. Das Hinspiel kurz nach Weihnachten 2025 ging an den TUSEM (34:32), der gegen Ferndorf generell eine gute Bilanz vorweisen kann: Von vierzehn Spielen gewannen die Essener ganze zehn. Für einige Essener Akteure wird es nach dem Heim-Abschied gegen Nordhorn nun der letzte Auftritt im TUSEM-Dress sein, was auch Kenji Hövels nicht verborgen geblieben ist: „Wir werden sicherlich ein, zwei Änderungen vornehmen, um nochmal Spielminuten zu verteilen. Ich sage aber auch, dass wir das Spiel gewinnen möchten, das wird man an der Aufstellung dann auch sehen. Klar ist, dass unter der Woche einiges abgefallen ist, das wird niemanden wundern. Für uns steht im Fokus, dass wir nochmal eine Anspannung erreichen und diese dann auch hochhalten wollen.“ Das Spiel ist restlos ausverkauft, es gibt also keine Möglichkeit mehr, Tickets zu erwerben. DYN überträgt die Partie ab 17:40 Uhr live und on demand.

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