Für den TUSEM Essen hatte der Februar 2026 etwas Schicksalhaftes an sich. Der Monat hielt fünf Spiele bereit, vier davon gegen direkte Konkurrenten. Die Bilanz kann sich durchaus sehen lassen: Drei Siegen stehen zwei Niederlagen gegenüber, wenngleich die Punkteverteilung aus dem Hüttenberg-Spiel noch nicht final geklärt ist. Die Mittelhessen haben form- und fristgerecht Einspruch gegen den drohenden Punktabzug eingelegt, über das weitere Prozedere werden alle Beteiligten beizeiten informieren. Doch zurück zum Sportlichen und damit zur jüngsten Niederlage des TUSEM in Dormagen: Das 35:39 beim Tabellennachbarn war ein Stück weit unnötiger Natur, aber durchaus zu erklären. Der TSV war angesichts einer Spielverlegung ausgeruht, was dem bayer'schen Tempospiel sichtbar zugutekam. Die Essener hingegen hatten das Heimspiel gegen Krefeld (40:32) in den Knochen und waren dazu personell dezimiert, da die Rückraumstützen Felix Göttler und Alexander Schoss verletzt ausfielen. Mit Nils Homscheid und Max Hejny standen zwei ehemals Langzeitverletzte wieder auf dem Spielberichtsbogen, bei beiden gilt aber weiterhin das Prinzip der Belastungssteuerung. Allen Widrigkeiten zum Trotz hielt der TUSEM in Dormagen gut mit, hatte bis kurz vor Schluss alle Chancen auf zwei Punkte. Fehlerhafte drei Schlussminuten wurden der Mannschaft von Trainer Kenji Hövels jedoch zum Verhängnis. Der 32-jährige Übungsleiter attestierte seinen Mannen dennoch eine gute Leistung und zeigte sich auch allgemein zufrieden mit dem zurückliegenden Monat: „Wir haben drei Siege aus fünf Spielen geholt, das hätten wir sicherlich vorher unterschrieben. Darauf dürfen wir uns aber nicht ausruhen, wir müssen noch Punkte holen. Gegen Dormagen war es keine einfache Situation, mit den beiden mental und körperlich anspruchsvollen Spielen zuvor, mit dem Personal, das wir hatten. Ich finde, wir haben wirklich einen guten Eindruck hinterlassen. Klar, wir machen auch Fehler, bringen aber eine mega Energieleistung auf die Platte. Am Ende brechen uns zwei, drei Sachen das Genick, der Mannschaft kann ich aber keinen Vorwurf machen.“
Hagen schielt noch auf die Aufstiegsplätze – TUSEM setzt auf den Heimvorteil
Auf den intensiven Februar folgt ein geruhsamer März mit nur drei Spielen für den TUSEM, zwei davon in eigener Halle. Den Anfang macht der Derbykracher gegen Hagen, das dritte Lokalduell in Serie. Auch der VfL hat in den jüngsten Tagen Bekanntschaft mit den HBL-Juristen gemacht, das Spiel gegen den TuS Ferndorf muss wiederholt werden, nachdem den Kreuztalern beim 32:32 Mitte Februar fälschlicherweise ein Tor zu viel eingetragen wurde. Sportlich betrachtet läuft es bei den Hagenern gut, momentan liegt die Mannschaft von Trainer Pavel Prokopec auf Platz sechs. Prokopec hat eine TUSEM-Vergangenheit, spielte von 2010 und 2012 in Essen. Auch Dennis Wipf (in dieser Saison gewechselt) und Niklas Pieczkowski (2010-2014, aktuell aber verletzt) spielten schon für den TUSEM. In der Rückrunde hat Hagen bislang nur ein Spiel verloren (24:27 in Dresden), gewann zuletzt in eigener Halle gegen den TV Hüttenberg (37:34). Die Aufstiegsplätze sind derzeit sieben Punkte entfernt, aber durch das Nachholspiel hat Hagen eine Partie weniger als die Konkurrenz absolviert. Die Sporthalle „Am Hallo“ war in den letzten Jahren indes kein gutes Pflaster für die Grün-Gelben, den letzten (und historisch auch einzigen) Auswärtssieg holte Hagen im November 2021. Das ist ganz nach dem Gusto von Kenji Hövels, der aber großen Respekt vor der Aufgabe hat: „Ich glaube schon, dass Hagen bis zum Ende oben dranbleiben kann. Sie haben einen guten und breiten Kader und spielen eine unangenehme Abwehr. Im Rückraum haben sie eine hohe individuelle Qualität, dadurch sind sie schwer zu bespielen.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der die Mannschaft bei der Mission Heimsieg unterstützt und am Freitagabend in die Halle kommt. Es sind noch einzelne Tickets unter tusemessen.de/tickets verfügbar. DYN überträgt ab 19:15 live und on demand.
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