Die nüchternen Fakten vom vergangenen Dienstagabend sprechen klar für den TuSEM: 37 Tore geworfen und eine Runde weitergekommen. Und dennoch war der Pokalauftritt beim Regionalligisten aus Gummersbach nicht voller Glanz. In der ersten Halbzeit taten sich die Essener lange schwer mit dem Underdog aus dem Oberbergischen. Essens Cheftrainer Michael Hegemann relativiert die nicht fehlerfreie Performance und stellt das Positive heraus: „Wir haben sicher nicht am Optimum gespielt, aber was zählt, ist das Weiterkommen. Gelpe/Strombach hat es wirklich gut gemacht. Wir haben lange gebraucht um ins Spiel gekommen, sind aber letztendlich mit dem Sieg und dem Einzug in die nächste Runde zufrieden.“ Das können die Essener auch sein, könnte doch im Achtelfinale ein namhafter Gegner auf die Ruhrpott Schmiede warten. Zwar verabschiedete sich mit dem THW Kiel bereits ein Titelfavorit aus dem Wettbewerb (31:32 gegen Wetzlar). Aber Mannschaften wie die Füchse Berlin oder der SC Magdeburg wären kurz vor dem Weihnachtsfest sicherlich ein gern gesehener Gegner, um die Sporthalle am Hallo richtig zu füllen. Neben dem TuSEM sind noch drei weitere Zweitligisten im Wettbewerb vertreten: Der TuS Nettelstedt-Lübbecke, VfL Eintracht Hagen und die SG BBM Bietigheim. Michael Hegemann ist auf die Auslosung gespannt, will sich auf einen Gegnerwunsch jedoch nicht festlegen: „Ich bin da ziemlich ergebnisoffen. Klar wäre eine Top-Mannschaft ein tolles Erlebnis für unseren Verein, aber ich würde auch einen anderen Zweitligisten nehmen, wo wir vielleicht eine realistischere Chance haben, weiterzukommen.“ Ausgelost wird das Achtelfinale am kommenden Montag (09. Oktober) in der Halbzeitpause des Erstligaspiels ThSV Eisenach – Rhein-Neckar Löwen (ca. 19:40 Uhr).
Minden verfügt über „riesige individuelle Qualität“ – Sieg wäre für den TuSEM ein „großer Erfolg“ Nun richtet sich der Fokus für den TuSEM erstmal wieder auf die Liga. Am Sonntag wartet der Erstliga-Absteiger und Traditionsverein GWD Minden auf die Essener. Minden, mit 4:6-Punkten eher mäßig in die Spielzeit gestartet, verfügt laut Hegemann über eine „riesige individuelle Qualität“. Die drei Niederlagen, die die Ostwestfalen kassierten, waren alle äußerst knapp. Am letzten Spieltag setzte das Team vom isländischen Cheftrainer Adalsteinn Eyjólfsson ein Ausrufezeichen und schlug Elbflorenz Dresden auswärts mit 32:26. Stichwort Dresden: Michael Hegemann trauert, angesprochen auf den bisherigen Saisonverlauf, der 26:24-Niederlage von vor zwei Wochen noch etwas hinterher: „Ich bin unserer Punkteausbeute schon sehr zufrieden. Hätten wir das Spiel in Dresden gewonnen, würden wir jetzt bei 8:2-Punkten stehen, so sind es zwei weniger. Die Entwicklung der Jungs stimmt mich sehr positiv.“ Dass die Trauben in Minden sehr hoch hängen, weiß Hegemann aber auch: „Das ist trotz des eher ausbaufähigen Starts immer noch ein Aufstiegsfavorit für mich. Wenn wir dort punkten oder gar gewinnen, wäre das ein großer Erfolg für uns.“
Hegemann spielte selbst mal für Minden – Spiel wird in Lübbecke ausgetragen Der Essener Cheftrainer spielte indes selbst mal für die Grün-Weißen, in der Saison 2008/2009. Mindens Trainer Eyjólfsson lobte die Essener als eine „junge und hungrige Mannschaft, die über viele Waffen“ verfüge. Ausgetragen wird die Partie derweil in der MERKUR Arena in Lübbecke. Der TuSEM freut sich über jeden Fan, der die rund 185 Kilometer auf sich nimmt, um die Jungs vor Ort zu unterstützen. Tickets für die Partie gibt es unter https://gwd-minden.reservix.de/events. Für alle Daheimgebliebenen besteht die Chance, die Partie bei DYN zu verfolgen.
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