Ohne den erkälteten Kreisläufer Finn Wolfram ging es für den TUSEM nach Großwallstadt, wo man die Erfolgsserie fortsetzen wollte. Und nach recht zähem Beginn beider Mannschaften, fanden die Gäste etwas schneller in die Spur. Eloy Morante und Alexander Schoss beschäftigten die gegnerische Abwehr immer wieder und sorgten für gute Abschlusschancen. Zudem zeigte sich Torhüter Lukas Diedrich erneut in starker Form und wurde schnell zum Endgegner vieler TVG-Angriffe. Allein in der ersten Halbzeit parierte der Schlussmann elf Abschlüsse und hatte somit großen Anteil daran, dass die Essener nur sechs Treffer kassieren sollten. Unterstützung erhielt Diedrich von seinen Vorderleuten um Malte Seidel, die die Hausherren gut im Griff hatten.
Nach einer zwischenzeitlich recht komfortablen 6:2-Führung (15.), erlaubten sich beide Teams ein paar Ungenauigkeiten. Der TUSEM scheiterte einige Male am gegnerischen Torhüter Petros Bokouvinas, auf der anderen Seite vergab der TV Großwallstadt gleich drei Siebenmeter. Auch da hatte Lukas Diedrich seine Hände im Spiel. Kurz vor der Pause legten die Essener noch einmal einen Gang zu und hielten den Vorsprung. Das 9:6 war für die mehr als 1000 Zuschauer in der Untermainhalle wahrlich kein Leckerbissen, aber zu Beginn der zweiten Hälfte sollte Schwung in die Partie kommen.
Denn vor allem die Gastgeber kamen hochmotiviert aus der Kabine und hatten das Gefühl etwas gutmachen zu müssen. Finn Wullenweber im Rückraum und Frieder Bandlow vom Siebenmeterstrich sorgten mit ihren Treffern dafür, dass sich der TVG noch einmal Hoffnung machen durfte. Schnell war der Ausgleich zum 9:9 (34.) gelungen und plötzlich stand das Spiel auf der Kippe. Der TUSEM tat sich in den Anfangsminuten noch etwas schwer, vor allem im Angriff. Einige unnötige Ballverluste brachten den Gegner zurück ins Spiel.
Großwallstadt hatte die Möglichkeit die Partie zu drehen, doch Felix Klingler hatte etwas dagegen. Der Essener fing einen Angriff der Gastgeber ab und traf zur erneuten Führung. Und der Rechtsaußen legte in der Folge weiter nach, kam letztendlich sogar auf sieben eigene Treffer. Die Aufholjagd der Bayern hatte Kraft gekostet, was man ihnen im weiteren Verlauf anmerkte. Denn nun erlaubten sie sich wieder einige Fehler und standen in der Abwehr nicht mehr so sattelfest. Zudem musste der stärkste Torschütze, Finn Wullenweber, nach seiner dritten Zeitstrafe mit der roten Karte vom Feld.
Auf der anderen Seite zeigte der TUSEM wieder eine stabile Abwehrleistung, gestützt von Diedrich im Tor. Zudem war nun wieder mehr Konzentration und Konsequenz im Angriffsspiel, was den TVG vor eine große Herausforderung stellte. Die Essener setzten sich Mitte der zweiten Halbzeit vorentscheidend ab, weshalb in der Schlussphase keine allzu hohe Spannung aufkam. Egal, ob Youngster Nils Homscheid, Tim Rozman oder eben Felix Klingler: es lief vorne richtig gut für den TUSEM. Und hinten stand die Verteidigung so stark, dass sie nicht mehr als 18 Gegentore kassierte. Somit feierten die Gäste aus dem Ruhrgebiet verdientermaßen den vierten Sieg in Serie.
„Jeder Sieg verstärkt den Glauben der Spieler an die Sache. Wir haben vor allem in der ersten Halbzeit geil verteidigt, aber nach der Halbzeit im Angriff klare Chancen liegenlassen. Großwallstadt kam gut aus der Pause, aber wir konnten uns dann befreien. Sicherlich hat uns die dritte Zeitstrafe gegen Wullenweber in die Karten gespielt und nachher war es dann eine richtig gute Leistung von uns. Das Paket zwischen Abwehr und Torhüter hat wieder gut funktioniert und wir hatten in der zweiten Halbzeit mit Nils Homscheid wieder einen Riesen-Input eines jungen Spielers. Ich bin deswegen mega zufrieden“, freute sich TUSEM-Trainer Michael Hegemann.
Das nächste Spiel für die Essener ist am kommenden Freitag (25. November) zuhause gegen den HSC 2000 Coburg. Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist wie gewohnt um 19.30 Uhr.
TV Großwallstadt – TUSEM Essen 18:25 (6:9). TVG: Boukovinas (1), Minerva; Klenk, Babarskas, Eisenträger (2), Bandlow (5/5), Schauer (1), Strakeljahn (2), Redkyn, Wullenweber (5), Zhuk, Corak (2), Stark, Munzinger, Kammlodt, Schalles. TUSEM: Fuchs, Bliß, Diedrich; Ellwanger, Rozman (4), Dangers (1), Homscheid (2), Eißing (2), Szczesny, Müller (1), Seidel, Morante (5/2), Klingler (7/1), Mast, Werschkull (1), Schoss (2). Schiedsrichter: Hörath (Zirndorf)/Hofmann (Bamberg). Siebenmeter: 5/8 – 3/6. Strafminuten: 12 (Disq. Wullenweber 46.) – 12. Zuschauer: 1017.
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