Als Cheftrainer Kenji Hövels in der vergangenen Woche über das bevorstehende Heimspiel gegen den Tabellenführer sprach, nannte der 32-Jährige im Wesentlichen drei notwendige Parameter, um gegen Bietigheim bestehen zu können: Das Vermeiden von leichten Fehlern, eine gute Deckung gegen das SG-Kreisläuferspiel sowie das eigene Tempospiel. Blickt man nun mit zwei Tagen Abstand auf das Spiel, lässt sich festhalten: Der TUSEM hat die Vorgaben mit Bravour umgesetzt. Klar: Dass SG-Kreisläufer Jonathan Fischer nicht vollumfänglich auszuschalten war – geschenkt. Der wohl beste Kreisläufer der Liga erzielte immer noch sieben Tore, die allerdings teilweise nach überragenden und unvorhersehbaren Anspielen zustande kamen. Doch die niedrige Fehlerquote im Essener Angriffsspiel sowie die mehrfachen Ballgewinne in der Abwehr waren imposant und hätten einen Sieg verdient gehabt. Exemplarisch waren 20 Sekunden rund um die 18. Minute, als der TUSEM gleich zwei Steals verzeichnen konnte und diese jeweils eiskalt verwandelte. Die Arena glich – nicht nur in diesem Moment – einem Tollhaus, die Atmosphäre war atemberaubend. Trotz 33 Gegentreffern hatte auch Essens Torhüter Finn Knaack einen Sahnetag erwischt, nahm Bietigheim gleich mehrfach freie Bälle weg. Und vorne konnte sich der TUSEM unter anderem auf Nils Homscheid verlassen, der mit seinen zwölf Toren (aus zwölf Versuchen) einen überragenden Abend erwischte. Dass den Essenern gegen Ende der Partie etwas die Luft ausging und sie die knappe Führung nicht über die Zeit brachten, mag sich für den ein oder anderen in der Halle zunächst bitter angefühlt haben. Nicht so für Homscheid, der den Punktgewinn als großen Erfolg verbucht: „Der Punkt ist total wichtig für uns. Wir hatten zuletzt schwierige Wochen, haben Spiele verloren, wo wir uns etwas ausgerechnet haben. Dass wir heute hier etwas mitnehmen, ist angesichts der Tabellensituation sehr gut für uns und wir sind total froh darüber.“
Dessau verliert zuletzt ersatzgeschwächt – TUSEM hat gute Erinnerungen an das Hinspiel
Für Hövels und seine Jungs geht es nun darum, diesen Schwung und Rückenwind in die kommenden Wochen zu transportieren. Aufgrund des Osterfestes ist der 26. Spieltag etwas aufgesplittet, die Essener treten bereits am Donnerstag beim Dessau-Roßlauer HV an. Die Sachsen-Anhalter spielen im ersten Jahr nach dem Abgang von Trainerlegende Uwe Jungandreas eine grundsolide Saison und stehen momentan auf dem siebten Platz. Am Wochenende unterlag der DRHV in Nettelstedt mit 24:27, was sicherlich auch an der dünnen Personaldecke lag – nur zehn Feldspieler standen Cheftrainer Vanja Radic zur Verfügung. Das Hinspiel in Essen entschied der TUSEM mit 29:26 für sich, was bemerkenswert war, da den Essenern an diesem Tag kurzfristig mehrere Stammkräfte fehlten. Am Donnerstag will der TUSEM also den zweiten Auswärtssieg der Saison holen, Nils Homscheid hofft, dass er mit seinen Kollegen an das Bietigheim-Spiel anknüpfen kann: „Die nächsten Wochen werden nicht einfacher, angefangen mit dem Spiel in Dessau. Der Punktgewinn von Sonntag gibt uns total viel Rückenwind. So können wir die kommenden Spiele leichter angehen.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich am Donnerstag auf die Reise nach Dessau-Roßlau macht, um die Jungs in der Anhalt-Arena zu unterstützen. Tickets für die Partie gibt es unter https://shops.ticketmasterpartners.com/dessau-rosslauer-hv-06. DYN überträgt das Spiel ab 19:10 Uhr live und on demand.
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