62 Tage liegen zwischen dem letzten Pflichtspiel des TUSEM Essen und dem Auftakt in die neue Spielzeit am kommenden Samstag. Das Nachholspiel gegen den Dessau-Roßlauer HV (24:30) markierte das Ende einer Saison, in welcher die junge Essener Mannschaft den Abstieg nur knapp verhindern konnte. Mit einem Sieg hätte die Mannschaft von Daniel Haase noch die Qualifikation für den DHB-Pokal festgezurrt. So konnten die Essener vor zwei Wochen nur zusehen, wie sich ihre Ligakonkurrenten sich im Pokal schlugen. Überraschungen jeglicher Art blieben allerdings aus, alle Favoriten setzten sich – wenn teilweise auch knapp – durch. Und der TUSEM? Der empfing am Pokalwochenende den TuS Ferndorf (26:26) und lud zu diesem Testspiel alle Dauerkarteninhaber ein, sich die Partie anzuschauen. Dabei konnten sich die Fans auch einen ersten Eindruck von den zahlreichen Neuzugängen machen: Valentin Willner, Finn Knaack, Maximilian Hejny, Felix Mart und Tom Wolf – fünf neue Spieler hat der TUSEM für die neue Saison verpflichtet. Finn Knaack war gegen Ferndorf indes noch nicht dabei – er wurde mit der deutschen U-19-Nationalmannschaft Weltmeister in Ägypten. Knaack zeigte über die gesamte Turnierlänge hinweg großartige Leistungen und wurde in das All-Star-Team des Turniers gewählt.
Das Testspiel gegen Ferndorf war derweil nur eines von vielen: Die Essener gewannen gegen die Drittligisten aus Hanau (40:35) und Emsdetten (34:27) und unterlagen Ligakonkurrent Dormagen (33:36) sowie den Erstligisten aus Gummersbach (31:40) und Eisenach (26:28). Es gab also viel zu analysieren für Cheftrainer Daniel Haase, der sich sehr zufrieden mit der Vorbereitung zeigt: „Wir gehen jetzt den Prozess mit den neuen Spielern seit sechs Wochen und sind mit der Entwicklung sehr zufrieden. Gerade das letzte Spiel gegen Eisenach (21. August) gibt uns ein sehr gutes Gefühl. Wir haben weiterhin eine junge Mannschaft, bei der sich neue Hierarchien bilden mussten. Das habe ich auch eingefordert und wir sind da auf einem guten Weg.“ Stichwort Hierarchie: Nach dem Abgang von Dennis Szczesny ist Max Neuhaus neuer TUSEM-Kapitän, sein Stellvertreter ist Tim Mast.
Ludwigshafen rettete sich nach irrem Finish – Daniel Haase sieht viele Chancen für sein Team
Nun geht es also um die ersten zwei Punkte der Saison – an einem Ort, an dem der TUSEM erst Ende Mai zugegen war. Damals unterlagen die Essener in Ludwigshafen mit 24:29 und vergaben damals den ersten Matchball zum vorzeitigen Klassenerhalt. Den machte der TUSEM dann fünf Tage später im Heimspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau klar, während die Eulen bis zum Schluss zittern mussten. Das finale Heimspiel gegen den TV Hüttenberg geriet zu einer hochdramatischen Partie: Der 29:27-Erfolg rettete die Eulen schließlich vor dem Abstieg in Liga drei. Doppelte Pointe: Hüttenberg verpasste durch die Niederlage den Aufstieg in die Bundesliga und wird am 5. September dann erster Heimspielgegner des TUSEM sein. Doch zurück zu den Eulen, die – wie der TUSEM auch – sicherlich auf eine ruhigere Spielzeit hoffen. Personell hat sich bei den Friesenheimern einiges getan: Mit Vincent Bülow (gekommen vom Dessau-Roßlauer HV) kommt einer der besten Spielgestalter der Liga nach Ludwigshafen, Ex- Essener René Zobel (TV Emsdetten) und Lars Röller (TV Großwallstadt) sind gestandene Zweitligaspieler. Allerdings haben die Eulen auch Abgänge zu verzeichnen, die schmerzen: Kapitän Max Haider hat seine Karriere beendet, während sich die Rückraumspieler Mex Raguse (Balingen) und Sebastian Trost (Großwallstadt) neuen sportlichen Herausforderungen zugewandt haben.
Viele neue Gesichter auf beiden Seiten also, was laut Daniel Haase auch Chancen bietet: „Wir gehen mit einem guten Gefühl in dieses Auswärtsspiel, auch, weil die Eulen teilweise neu zusammengewürfelt sind. Mit Vincent Bülow haben sie einen sehr guten Spieler dazubekommen. Beide Mannschaften haben die vergangene Saison abgeschüttelt und schauen nach vorne. Nach dem sehr guten Spiel in Eisenach gehen wir mit einem guten Gefühl in dieses erste Auswärtsspiel.“ Nachdem der TUSEM in der letzten Saison den ersten Auswärtssieg erst am 24. Spieltag einfahren konnte (24:20 beim TuS Nettelstedt-Lübbecke), soll das in der kommenden Spielzeit deutlich schneller gelingen – idealerweise am Samstag. Mannschaft und Funktionsteam freuen sich dabei über lautstarke Unterstützung, Tickets für das Spiel gibt es unter https://www.ticket-onlineshop.com/ols/eulen/. Für Daheimgebliebene besteht die Chance, die Partie bei DYN zu verfolgen.
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