Finley Werschkull zog die Aufmerksamkeit auf sich, Felix Mart täuschte einen Wurf an, ehe er doch auf Valentin Willner am Kreis durchsteckte, dieser verwandelte eiskalt: Der äußerst schön herausgespielte Treffer zum zwischenzeitlichen 19:13 brachte den TUSEM in Backnang bereits früh auf die Siegerstraße. Alles sah nach einem souveränen Auswärtssieg aus, der erste in der Saison. Doch dann gerieten die zwei Punkte ins Wanken: Der sieglose Tabellenletzte warf alles in die Waagschale und kämpfte sich auf ein Tor ran, hatte sogar die Chance zum Ausgleich. Das Spiel drohte zu kippen, aber – der TuSEM blieb stabil. Nervenstark bauten die Essener ihre Führung wieder aus und brachten den Sieg in der Schlussphase über die Ziellinie. Die Freude über die wichtigen zwei Punkte im Abstiegskampf war groß. Und dann war noch etwas, was die Essener jubeln ließ: Nils Homscheid feierte nach knapp neun Monaten sein Comeback. Der junge Spielmacher hatte sich im vorletzten Spiel der vergangenen Saison das Kreuzband gerissen, ausgerechnet, als der TUSEM gegen Lübeck-Schwartau den Klassenerhalt feierte. Homscheid war in der letzten Saison Denker und Lenker im Essener Offensivspiel, sammelte fast 300 Torbeteiligungen. Er fehlte dem TUSEM in dieser Saison schmerzlich. Jetzt ist er wieder zurück, stand in Backnang einige Minuten auf der Platte und warf zwei Tore. Cheftrainer Kenji Hövels freut sich naturgemäß sehr über die Rückkehr von Homscheid und zollt ihm Respekt für die vergangenen Monate: „Ich habe Nils in der letzten Zeit extrem professionell erlebt. Für die Verletzung, die er hatte, ist er sehr früh dran. Das hat vor allem damit zu tun, dass er in der Reha enorm fleißig gearbeitet hat. Er bringt eine sehr gute Grundphysis mit. Man hat sofort gesehen, dass er sportlich einen Mehrwert mitbringt.“ Bei den Fans sind die Hoffnungen groß, dass Homscheid dem Essener Spiel wieder schnellstmöglich seinen Stempel aufdrücken wird. Doch Hövels bremst – und das ist auch völlig verständlich: „Wir sind alle gut beraten, in der ersten Zeit keine allzu hohen Ansprüche an ihn zu haben. Nils wird insgesamt noch etwas Zeit brauchen. Aber dass er uns schnell weiterhelfen wird, davon bin ich fest überzeugt.“
Krefeld kommt mit ordentlich Rückenwind – Vier HSG-Akteure kehren an die alte Wirkungsstätte zurück
Am Mittwoch bietet sich Homscheid dann die Chance auf weitere Einsatzminuten, wenn die HSG Krefeld Niederrhein in der Arena „Am Hallo“ zu Gast ist. Die Gäste kommen mit ordentlich Rückenwind, haben am Samstag den TV Hüttenberg mit 35:31 geschlagen. Apropos Hüttenberg: Zum laufenden Verfahren rund um das Essener Auswärtsspiel beim TVH und der damit verbundenen nachträglichen Spielwertung hat sich der Verein nun geäußert und wird bis zum Abschluss des Verfahrens vorerst keine weitere Stellungnahme abgeben. Doch zurück zum sportlichen Tagesgeschäft und damit zur HSG Krefeld Niederrhein: Die „Eagles“ haben durch den erst zweiten Saisonsieg wieder Luft im Abstiegskampf gewittert und haben derzeit vier Punkte weniger als die Essener. Vier HSG-Personalien haben indes eine TUSEM-Vergangenheit: Trainer Mark Schmetz spielte sechs Jahre in Essen, kehrte im Februar 2016 nochmal für einige Spiele zurück, obwohl er seine Karriere eigentlich schon längst beendet hatte. Der mittlerweile 34-jährige Mike Schulz spielte beim TuSEM in der Jugend, feierte 2012 sein Seniorendebüt. Rückraumspieler Julius Rose wechselte Anfang 2025 aus Essen nach Krefeld, nachdem er 2023 zum TUSEM gekommen war. Und auch Kapitän Niklas Ingenpaß trug schon das Essener Trikot, wurde in der TUSEM-Jugend ausgebildet. Der 26-Jährige warnt auf der vereinseigenen Homepage vor seinem ehemaligen Team: „Zu Hause ist das Team extrem gefährlich und hat das Messer immer zwischen den Zähnen. Wenn wir jedoch unsere Abwehr stabilisieren und ins Tempospiel kommen, haben wir dort durchaus unsere Chance. Es ist noch kein Endspiel, aber in unserer Situation wäre ein weiterer Erfolg enorm wichtig, um den positiven Lauf fortzusetzen. Wir müssen wie zuletzt geschlossen als Mannschaft auftreten und dagegenhalten.“ Auch TUSEM-Coach Kenji Hövels sieht dem Derby mit Freude entgegen. Der 32-Jährige weiß, dass die Partie aufgrund der Tabellensituation besonders wichtig ist, wenngleich ihn diese Formulierung etwas stört, wie er mit einem Augenzwinkern verrät: „Ich höre das jetzt gefühlt jede Woche, dass das Spiel wichtig ist. Am Mittwoch kommt noch der Derbycharakter hinzu, zwei Tabellennachbarn treffen aufeinander. Nicht nur Krefeld kommt mit Rückenwind, sondern wir auch. Ich denke, wir können uns auf ein leidenschaftliches Spiel einstellen. Wir müssen uns gut auf das Spiel vorbereiten, um dann auf den Punkt da sein zu können.“ Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich am Mittwochabend in die Halle begibt, um die Jungs lautstark zu unterstützen. Restkarten gibt es unter tusemessen.de/tickets. DYN überträgt die Partie ab 18:40 live und on demand.
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