Derbyniederlage für den TUSEM in Hamm

19.02.2022 | Spielbericht
Derbyniederlage für den TUSEM in Hamm
Der TUSEM Essen musste am 22. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga eine Niederlage einstecken. Im Derby beim ASV Hamm-Westfalen unterlag die Mannschaft von Trainer Jamal Naji am Samstagabend mit 29:35 (17:17) und steht damit auf Tabellenplatz acht.

Nach dem überzeugenden Sieg in Eisenach musste der TUSEM nur wenige Tage später beim Tabellenvierten aus Westfalen antreten und dabei auf gleich drei Akteure verzichten. Tim Rozman, Nils Homscheid und Justin Müller standen krankheits- oder verletzungsbedingt nicht zur Verfügung, dennoch wollte man dem ASV ein Bein stellen. Den besseren Start in das Derby erwischten allerdings die Gastgeber, die sofort mit viel Tempo loslegten und ihre schnellen Angriffe souverän verwandelten. Naji musste früh eine Auszeit nehmen, aber von da an lief es besser. Seine Mannschaft kam nach dem 2:5-Rückstand (6.) besser ins Spiel und drehte es sogar (9:10, 16.). Dies lag zum einen daran, dass sie einige Siebenmeter herausholte und diese von Noah Beyer souverän verwandelt wurden, zum anderen aber auch an der nun stabileren Abwehr. Nun erlaubte sich auch Hamm ein paar Fehler und fand nicht mehr so oft zu seinem Tempospiel aus der Anfangsphase.

Viel lief bei den Essenern über den flinken Eloy Morante im Rückraum, der im Eins-gegen-Eins entweder selbst erfolgreich war oder durch das Binden seiner Gegenspieler Freiräume für seine Kollegen schaffen konnte. Der TUSEM war gut in der Begegnung und hätte seine Führung weiter ausbauen können, allerdings scheiterte er vor der Pause das eine oder andere Mal am erfahrenen ASV-Torhüter Vladimir Bozic. Dass die Gastgeber zur Halbzeit noch auf ein Unentschieden kamen, lag vor allem am an diesem Abend herausragenden Fabian Huesmann, der nicht nur seine Siebenmeter eiskalt verwandelte, sondern auch aus dem Spiel heraus kaum Torchancen liegen ließ – zum Leidwesen der Essener.

Doch dies war noch kein Grund zur Sorge, immerhin waren auch sie ja gut im Spiel und der Ausgang der Partie weiterhin offen. Es war insgesamt ein Duell auf Augenhöhe, das auf beiden Seiten immer wieder Highlights zu bieten hatte. Beide Teams machten phasenweise nicht nur viel Tempo, sondern waren unter anderem auch mit spektakulären Kempa-Tricks erfolgreich. Zudem brachten viele aggressive, aber meist faire, Zweikämpfe Emotionen in die Halle.

Im Gleichschritt ging es in Richtung Schlussphase. Der TUSEM hatte noch leicht die Nase vorn, auch weil Keeper Sebastian Bliß einige Gegentore verhindern konnte. Vor allem aber war das Team aus dem Ruhrgebiet im Angriff recht erfolgreich, wenn es über Markus Dangers am Kreis ging. Das war die Methode im zweiten Durchgang, die den Westfalen offensichtlich Probleme bereitete. Sie machten einige Fehler und drohten beim 23:25 (45.) den Anschluss zu verlieren. Doch der TUSEM tat den Hausherren den Gefallen eben nicht davonzuziehen, sondern durch individuelle Fehler drehte sich das Blatt plötzlich wieder.

Hamm machte viel Tempo und nutzte jede Möglichkeit, die sich im Angriff ergab. Entweder über den treffsicheren Huesmann oder über Dani Baijens. In dieser wichtigen Schlussphase war klar, dass Kleinigkeiten entscheiden würden. Der TUSEM biss sich an der gegnerischen Abwehr immer wieder die Zähne aus und ließ die vorher gezeigte Durchschlagskraft vermissen, teilweise auch den Mut. Der ASV sammelte mit jeder gelungenen Aktion weiter Selbstvertrauen und schaffte es damit – und mit der Unterstützung der fast 800 Fans im Rücken – seine gewonnene Führung in den Schlussminuten entscheidend auszubauen. Die Essener hatten kaum noch Erfolg vor dem Hammer Tor und bekamen letztendlich nicht mehr die Kurve. Die Führung war fort, der Sieg damit auch.

„Wir wollten hohes Tempo machen, trotz der dünnen Personaldecke. Denn kein Tempo zu gehen ist für unseren Spielstil keine Option. Wir waren allerdings ein Stück weit überrascht, dass Hamm über die 60 Minuten ebenfalls das hohe Tempo mitgehen wollte, es gehörte offensichtlich zu ihrem Matchplan dazu. Zum Ende hin sind uns dann leider die Kräfte geschwunden, denn wir konnten nicht mehr großartig wechseln. Hamm hat es dann souverän gemacht, gewinnen auch das Torhüterduell und für uns war nicht mehr viel zu holen. Fakt ist aber auch, dass es eigentlich kein Sechs-Tore-Sieg für Hamm war und wir uns leider für unsere gute Arbeit in dem Spiel nicht belohnt haben“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.

Für seine Mannschaft geht es weiter Schlag auf Schlag in der 2. Handball-Bundesliga. Schon am Mittwoch (23. Februar) steht das Heimspiel gegen den HC Elbflorenz an, Anwurf in der Arena „Am Hallo“ ist dann um 19.30 Uhr.

ASV Hamm-Westfalen – TUSEM Essen 35:29 (17:17) Hamm: Storbeck, Bozic; Genz (3), Huesmann (17/7), Brosch (3), Fuchs, Reimann, Engelhardt, Südmeier (2), Pretzewofsky (1), Orlowski (1), Meschke, Baijens (4), Mikita, von Boenigk (3), Wieling (1). TUSEM: Bliß, Diedrich; Beyer (9/7), Ellwanger (3), Glatthard, Kämper, Dangers (4), Becher, Ignatow (2), Szczesny, Bergner, Firnhaber (5), Seidel, Morante (3), Klingler (3). Siebenmeter: 7/7 – 7/8. Strafminuten: 6 – 6. Schiedsrichter: C. vom Dorff/F. vom Dorff (beide Kaarst). Zuschauer: 795.

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