Nach der Niederlage in Dessau-Roßlau wollte der TUSEM in heimischer Halle wieder Punkte im Abstiegskampf sammeln. Gegen das Spitzenteam aus Balingen war die Favoritenrolle klar verteilt, wenngleich die Essener Leistung gegen Tabellenführer Bietigheim (33:33) Mut machen konnte. Und in der Anfangsphase war der TUSEM absolut auf Augenhöhe: Torhüter Finn Knaack konnte sich mehrmals auszeichnen und vorne fanden die Essener Lösungen gegen die robuste Deckung der Süddeutschen. Gerade Nils Homscheid zeigte eine starke Partie und war mit ein Garant dafür, dass die Partie fünf Minuten vor der Halbzeit weiterhin ausgeglichen war (9:10, 25. Minute). Doch dann verlor der TUSEM etwas den Faden, was Balingen eiskalt ausnutzte und die Führung zur Pause auf fünf Tore ausbaute.
Im zweiten Durchgang verhinderten die Essener zunächst, dass sich Balingen weiter absetzen konnte. Der Rückstand blieb allerdings konstant, der TUSEM fand keinen Weg zurück in das Spiel, was nicht an der kämpferischen Leistung lag. Vielmehr machten sich die Essener das Leben durch eigene Fehler, darunter zwei Wechselfehler binnen kurzer Zeit, sowie ein arg fehlerbehaftetes Überzahlspiel schwer. So geriet der Sieg für Balingen nicht mehr in Gefahr, der HBW stellte früh die Weichen auf Sieg (0:4-Lauf zum 21:29). Für Balingen war es der erste Sieg in Essen seit 2018.
Cheftrainer Kenji Hövels zeigte sich auf der anschließenden Pressekonferenz unzufrieden mit der eigenen Leistung: „Ich finde, dass wir es in der ersten Halbzeit ganz gut machen, vor allem in der Abwehr. Man hat dort aber schon gesehen, dass uns die Balinger Deckung schon Probleme bereitet hat. Was mich stört, ist die zweite Halbzeit. Wir machen Fehler, die uns auf dem Niveau nicht passieren dürfen. Dadurch verlieren wir den Faden. Das werden wir uns nochmal anschauen und die Fehler dann klar ansprechen."
Für die Essener geht es nun mit einem Auswärtsspiel beim 1. VfL Potsdam weiter. Anwurf ist am kommenden Freitag (17. April) um 19 Uhr.
TUSEM Essen - HBW Balingen-Weilstetten 25:34 (12:17)
TUSEM Essen: Knaack (neun Paraden, 26 Prozent), Plaue (eine Parade, 17 Prozent) - Becker, Göttler, Willner (1), Wolfram, Homscheid (9/4), Reimer (3/3), Eißing (1), Wolf, Neuhaus (4), Kostuj (1), Hejny (2), Mast, Werschkull (1), Schoss (3)
HBW Balingen-Weilstetten: Rebmann (fünf Paraden, 22 Prozent), Nagy (drei Paraden, 30 Prozent) - Ruggiero-Matthes (5), Raguse (5), Grupe (1), Strobel (1), Fuß (1), Grüner, Wente (1), Fügel (4), Eisele, Heinzelmann (7), Dayan (4), Leimeter (1), Pöhle (1), Bauer (3)
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