Über 2000 Zuschauer sind am Mittwochabend in die Sporthalle „Am Hallo“ gekommen, davon rund 200 aus Krefeld. Und sie alle sahen von Beginn an eine intensive Partie mit viel Tempo und harten Zweikämpfen. Hier und da versuchten beide Seiten Stürmerfouls zu provozieren, was jedoch nicht immer gelang. Die Anfangsphase war sehr ausgeglichen, ehe sich der TUSEM dann doch etwas absetzen konnte. Krefeld machte kleine Fehler, die umgehend bestraft wurden. Ballgewinne in der Essener Abwehr sorgten für schnelle Gegenstöße, die Felix Göttler oder Tom Wolf vollenden konnten.
Beim Stand von 8:5 (10.) gab es einen weiteren Grund zur Freude: nach acht Monaten Verletzungspause kehrte Nils Homscheid auf die Platte zurück und konnte nach seiner Knieverletzung erstmals wieder vor heimischen Fans auflaufen. Und es wirkte so als sei der Rückraumspieler nie weg gewesen, denn er gab schnell wieder den Ton an und sorgte entweder selbst für Torgefahr oder mit seinen Zuspielen. Zusammen mit Felix Mart und Max Neuhaus war der Rückraum schwer berechenbar für die Gäste, weshalb sich der TUSEM weiter absetzen konnte (13:8, 18.).
Bis zur Pause bekamen die Fans noch einige spektakuläre Treffer zu sehen, darunter auch der wuchtige Abschluss von Homscheid mit der Schlusssirene in den Winkel. Somit ging es mit einem 21:17 für die Gastgeber in die Pause.
Der TUSEM machte nach dem Seitenwechsel da weiter, wo er aufhörte. Es ging meist mit Tempo in Richtung Krefelder Tor und die Abwehr erledigte ihre Aufgaben mit viel Leidenschaft. Auch Torhüter Dominik Plaue hatte seinen Anteil daran, dass die Führung für die Essener immer größer werden sollte. Die HSG leistete sich einige ungenaue Abschlüsse, während der TUSEM sehr wach und konzentriert agierte. Viele Male gewann er den Ball und schaltete blitzschnell um.
Bei den Krefeldern waren zwar Lucas Schneider und der Ex-Essener Niklas Ingenpaß nicht immer zu stoppen, doch das Team von Trainer Kenji Hövels hatte die richtigen Antworten parat. Homscheid, Mart, Felix Eißing und Co. – die Leistung stimmte und die Führung wurde größer. Von 28:23 (42.) ging es schnell rauf auf 31:23 (47.), was durchaus eine Vorentscheidung sein sollte. Oskar Kostuj (Foto) war in der zweiten Hälfte einer der Spieler, die sich immer wieder durch die gegnerische Abwehr kämpften und sich zielstrebig zeigten. Die Krefelder gaben sich nicht auf, konnten den rollenden Zug von der Margarethenhöhe jedoch nicht mehr stoppen.
Letztendlich setzte sich der TUSEM deutlich und verdient durch, Felix Mart markierte mit dem 40:32 den Endstand und besiegelte den Derbysieg. Ebenfalls erfreulich aus Essener Sicht: auch Max Hejny konnte nach wochenlanger Verletzungspause sein Comeback feiern und sich in die Torschützenliste eintragen.
Bitter ist allerdings der Ausfall von Felix Göttler, der später in die Kabine getragen werden musste. Eine Diagnose steht noch aus, voraussichtlich fällt der Rückraumspieler aber erst einmal aus.
„Ein Heimspiel ist nochmal was ganz anderes für ein Comeback als ein Auswärtsspiel. Klar, ich habe mich auch in Oppenweiler gefreut, wieder auf der Platte zu sein. Aber vor den Heimfans ist das nochmal ein ganz anderes Gefühl. Umso schöner, dass wir uns in diesem super wichtigen Spiel gegen einen direkten Konkurrenten durchsetzen konnten und die zwei Punkte hier behalten konnten. Über die letzten Wochen hinweg kann man den Aufwärtstrend bei uns sehen und das wollen wir fortführen, auch am Samstag in Dormagen“, sagte Nils Homscheid nach dem Sieg.
Trainer Kenji Hövels war ebenfalls zufrieden: „Ich finde, dass wir das fantastisch machen und gut mit dem Druck umgegangen sind. Wir machen sehr wenige doofe Sachen und sehr viele gute. Das Tempospiel war fantastisch, außerdem machen es Tom Wolf und Valentin Willner defensiv überragend. Was uns weh tut, ist der Ausfall von Felix Göttler. Aber alles in allem bin ich mit der Leistung sehr zufrieden.“
Viel Zeit zum Durchatmen bleibt jedoch nicht, denn schon am kommenden Samstag (28. Februar) steht das Auswärtsspiel beim TSV Bayer Dormagen an (18 Uhr, TSV Bayer Sportcenter).
TUSEM Essen – HSG Krefeld Niederrhein 40:32 (21:17). TUSEM: Knaack, Plaue; Becker, Mart (6/2), Göttler (2), Willner (3), Wolfram, Homscheid (7/1), Reimer, Eißing (4), Wolf (3), Neuhaus (5), Kostuj (4), Hejny (1), Mast (5), Werschkull. Krefeld: Rüspeler, Alguacil; Kolodziej (3/3), Kix (2), Klasmann, Schneider (10), Siegler (2), Schulz, Marquardt (1), Michalski (4), Braun, Jagieniak, Persson (3), Ingenpaß (4), Rose (2), Mircic (1). Schiedsrichter: Friedel (Leipzig)/Herrmann (Zschorlau). Siebenmeter: 3/4 – 3/3. Strafminuten: 10 – 6. Zuschauer: 2052. Foto: Dennis Ewert.
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