Die Brisanz dieser Partie war trotz der besinnlichen Weihnachtszeit in der Halle in jedem Winkel zu spüren. Ferndorf rutschte in den vergangenen Wochen in der Tabelle ab, während die Essener quasi seit Saisonbeginn im Keller stecken. Mit einem Sieg hätten die Siegerländer fünf Punkte Vorsprung auf den TUSEM gehabt. Und die Anfangsminuten verdeutlichten, wie viel Tabelle womöglich hüben wie drüben in den Köpfen der Spieler steckte. Ganze vier Minuten dauerte es, ehe der an diesem Abend überragende Felix Mart den Torreigen eröffnete. Insgesamt verlief die ersten zehn Minuten recht ausgeglichen, eine Zwei-Tore-Führung, je eine auf jeder Seite, war das Höchste der Gefühle. Ein 5:0-Lauf, abgeschlossen von Valentin Willer (19. Minute), brachte den TUSEM dann erstmals drei Tore in Front. Diesen Vorsprung konnte die Hövels-Sieben dann auch halten, ehe die Essener die letzten drei Minuten der ersten Halbzeit in den Sand setzten: Ferndorfs Schnabl erzielte zwei Sekunden vor der Sirene den 15:15-Halbzeitstand.
Der Start in Durchgang zwei war dann eine Kopie dessen, was den TUSEM bereits in der Vorwoche in Lingen ereilte: Jansen, Viana und Schnabl erzielten drei schnelle Ferndorfer Tore, die Essener waren gefühlt noch in der Kabine. Auch eine frühe Hövels-Auszeit konnte den Lauf der Gäste vorerst nicht stoppen, Hideg und erneut Jansen stellten gar auf minus fünf aus TUSEM-Sicht (15:20, 35. Minute). Die Gastgeber standen nun vor einer Herkulesaufgabe, kämpften sich aber allmählich zurück in die Partie. Angetrieben von guten Aktionen von Oskar Kostuj und einem immer stimmungsvolleren Publikum erzielte Felix Eißing in Minute 42 den Anschlusstreffer (21:22), ehe Kapitän Max Neuhaus kurze Zeit später zum Ausgleich traf. Die Arena glich einem Tollhaus, an der insgesamt sensationellen Atmosphäre hatten auch die rund 150 Gästefans gewiss einen großen Anteil. Die Crunchtime gehörte dann zunächst dem TUSEM: Das erste Saisontor eines Essener Torhüters (Finn Knaack in Minute 50) und ein Doppelpack von Linksaußen Finley Werschkull brachten eine Drei-Tore-Führung für den TUSEM. Als Daniel Hideg drei Minuten vor Schluss jedoch das 30:31 aus Ferndorfer Sicht erzielte, war der ersehnte Heimsieg doch wieder in Gefahr. Eine Zeitstrafe für TuS-Kreisläufer Lukas Süsser spielte dem TUSEM jedoch in die Karten, der in der Folge cool blieb und spätestens durch Eißings 34:31 Sekunden vor Schluss alles klarmachte.
Im DYN-Interview nach dem Spiel war TUSEM-Kapitän Max Neuhaus die Erschöpfung anzusehen, die jedoch schnell einer großen Erleichterung wich: „Es war ein großes Auf und Ab, zeitweise waren wir richtig gut drin. Aber wir haben wie so oft in dieser Saison auch schlechte Phasen. Wir sind sehr zufrieden und sehr erleichtert, dass wir das Spiel am Ende für uns entschieden haben.“ Es war im 34. Spiel der achte Sieg für die Essener im Kalenderjahr 2025, die den Jahreswechsel nun ein Stück weit beseelter verbringen können. Dass die Hinrunde für den TUSEM durch den Trainerwechsel auf den letzten Metern nochmal eine andere Dynamik bekam, hat die Mannschaft laut Neuhaus sehr gefordert: „Wir haben im Zusammenspiel mit Trainerteam und Mannschaft im Januar jetzt viel Zeit, um gemeinsam zu arbeiten. Es waren stressige drei Wochen für alle Beteiligten, weil wir inhaltlich viel gemacht haben. Ich finde schon, dass man sieht, dass wir durch die neuen Trainer vorangekommen sind. Den Januar werden wir nutzen, um uns auf die wichtigen Spiele im Februar vorzubereiten.“
Trainer Kenji Hövels, der diese Aussagen gewiss positiv für sich verbuchen darf, schwärmte auf der Pressekonferenz vom Charakter seiner Mannschaft: „Wir kommen nicht gut ins Spiel rein, können uns dann aber etwas fangen. Zur Halbzeit können wir dann auch höher führen. Wir kommen maximal schlecht aus der Pause raus, das sind Phasen, über die ich mich sehr ärgere. Ich bin aber sehr stolz auf mein Team, wie wir das Spiel drehen und wie die Jungs an sich geglaubt haben. Auch die Halle war voll da heute, das kann entscheidend sein. Am Ende ist es sicherlich kein unverdienter Sieg für uns.“ Sollte die HSG Krefeld ihr Heimspiel gegen Nordhorn-Lingen am Sonntag nicht mit acht Toren Unterschied gewinnen, überwintert der TUSEM mit 8:26-Punkten auf Platz 16. Das nächste Spiel der Essener im neuen Jahr findet am 6. Februar statt. Dann gastieren die Eulen Ludwigshafen in der Arena „Am Hallo.“ Anwurf ist um 19:30 Uhr.
Der TUSEM bedankt sich bei allen Fans und Sponsoren für die großartige Unterstützung in diesem Jahr und wünscht einen guten Rutsch in das Jahr 2026. Glück auf!
TUSEM Essen – TuS Ferndorf 34:32 (15:15)
TUSEM Essen: Knaack (vier Paraden, 29 Prozent), Plaue (sieben Paraden, 26 Prozent) – Becker, Mart (10/6), Göttler (6), Willner (3), Wolfram, Reimer, Eißing (2), Buschhaus, Wolf, Clarius, Neuhaus (2), Kostuj (4), Mast, Werschkull (5)
TuS Ferndorf: Adanir (zwölf Paraden, 30 Prozent), Baranisic – Eres (2/2), Viana (4), Fanger (3), Michel (2), Hideg (8), Schnabl (2), Löher, Mundus (2), Jansen (8), Duvancic (1), Süsser
Siebenmeter: 6/6 – 2/2
Zeitstrafen: 4 - 7
Schiedsrichter: Dustin & Dennis Seidler (Solingen)
Zuschauer: 2388 in der Sporthalle „Am Hallo“
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