Die Aufgabe in der Lingener Emsland-Arena war aus Essener Sicht alles andere als einfach. Dort wartete ein Team, das die letzten sechs Ligaspiele allesamt gewann und hungrig auf den nächsten Erfolg war. Doch die Gäste aus dem Ruhrgebiet ließen sich von dem eigentlichen Selbstvertrauen der Gastgeber nicht blenden und brachten eine gute erste Halbzeit auf die Platte. Zwar brauchte die Abwehr ein paar Minuten, um sich zu finden und zum Beispiel den Weg zum Kreis zuzumachen, doch mit zunehmender Spielzeit stellte sie die HSG vor einige Probleme.
Auf der anderen Seite spielte der TUSEM über Max Neuhaus (Foto) und Oskar Kostuj zielstrebig nach vorn und hielt das Spiel somit in Waage. Allerdings stand ein Mann immer wieder im Weg: Kristian van der Merwe. Der HSG-Torhüter zeichnete sich mit einigen Paraden aus und sorgte somit dafür, dass die Essener nicht noch mehr aus ihren Möglichkeiten machten. Die Gäste spielten munter mit, angetrieben von Felix Mart im Rückraum, der einige gute Ideen hatte und zum Beispiel Valentin Willner am Kreis in Szene setzte. Ein Highlight der ersten Hälfte: Rechtsaußen Felix Eißing hebt ab, sieht den mitgelaufenen Rückraumspieler Felix Göttler, der per Kempa-Trick vollendet. Somit war das 16:16 zur Pause absolut verdient, eine Führung für den TUSEM wäre aber auch drin gewesen.
Dementsprechend hoffnungsvoll durften die Essener in den zweiten Durchgang starten. War hier tatsächlich etwas Zählbares möglich? Diesen Zahn wollte die HSG ihren Gästen schnell ziehen. Und so rollten sie los, starteten mit einem 4:0-Lauf. Elmar Erlingsson, aber auch Maximilian Lux oder Torjäger Frieder Bandlow brachten mehr Tempo auf die Platte und waren vom TUSEM nur schwer zu bremsen. Zudem war da eben auch noch van der Merwe, der zu oft die Endstation der Angriffe war. Letztendlich sollte der Torhüter sogar auf 20 Paraden kommen.
Der Knackpunkt der Begegnung war nach rund 35 Minuten. An sich schien das Pendel zur Seite der Essener auszuschlagen, denn die waren eigentlich für zwei Minuten in doppelter Überzahl und hatten nun die Chance vom Siebenmeterstrich zu treffen. Doch der Ball landete nicht im Tor, sondern nur am Pfosten. Und im Gegenzug kassierte der TUSEM ebenfalls zwei Zeitstrafen und verpasste somit die Möglichkeit dieses Momentum für sich zu nutzen. So blieben die Hausherren in der Spur und konnten sich mehr und mehr absetzen.
Die Essener gaben sich zwar nicht auf, hatten aber weitere Rückschläge zu verkraften. Binnen weniger Minuten sah erst Tom Wolf nach einem zu harten Foul die rote Karte, ehe Finn Wolfram nach seiner dritten Zeitstrafe ebenfalls auf der Tribüne platznehmen musste. In der Folge lief es aus Sicht der Gastgeber fast schon zu leicht, denn in der Gäste-Abwehr gab es nun mehr und mehr Lücken. Am Ende konnte der TUSEM die selbstbewussten Emsländer nicht mehr stoppen und musste eine 38:36-Niederlage einstecken.
„Es war eine gute erste Halbzeit von uns. Wir haben vorne gute Lösungen gefunden, auch gegen die 5:1-Deckung der HSG. Da habe ich eine Verbesserung im Vergleich zum letzten Spiel gesehen. Trotzdem hatten wir da auch schon Probleme im Rückzug. In der zweiten Halbzeit kommen wir maximal schlecht raus, kassieren zu schnell vier Zeitstrafen, was uns mega weh tat. Da verlieren wir das Spiel zu einfach. Zudem verwerfen wir einige freie Bälle und dann ist es natürlich in Nordhorn brutal für so eine junge Truppe. Das kriegst du nicht mehr gedreht, auch wenn wir hinten raus im Sieben-gegen-Sechs noch ganz gute Lösungen finden. Wir sind schon enttäuscht, denn nach der guten ersten Halbzeit ist das Ergebnis zu hoch. Aber wir sehen eben auch die guten Sachen – und die wollen wir mitnehmen“, sagte TUSEM-Trainer Kenji Hövels nach der Niederlage.
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt nicht, denn schon am Freitag (26. Dezember) geht es im Weihnachtsspiel gegen den TuS Ferndorf um die nächsten wichtigen Punkte. Anwurf in der Sporthalle „Am Hallo“ ist um 16 Uhr.
HSG Nordhorn-Lingen – TUSEM Essen 36:28 (16:16). HSG: van der Merwe, Tschentscher; Bandlow (8/1), Wilhelm (3), Gentzel, van Berlo, Lux (7), Marschall (4), Hüter (1), Sajenev (2), Zintel (2), Ruddat (1), Tobeler (3), Raijkovic, Lingers, Erlingsson (5). TUSEM: Knaack, Plaue; Becker, Mart (6/4), Göttler (1), Willner (4), Wolfram, Reimer (1/1), Eißing (1), Buschhaus (1), Wolf (1), Clarius, Neuhaus (5), Kostuj (6), Mast (1), Werschkull (1). Schiedsrichter: Friedel (Leipzig)/Herrmann (Zschorlau). Siebenmeter: 1/1 – 5/6. Strafminuten: 6 – 10. Rote Karten: Wolf (37., grobes Foul), Wolfram (46., dritte Zeitstrafe). Foto: Dennis Ewert.
Jahresabschluss in eigener Halle: TUSEM empfängt den TuS Ferndorf
25.12.2025
Letztes Auswärtsspiel 2025: TUSEM trifft auf Nordhorn-Lingen
19.12.2025
Hövels-Debüt gegen den Ex-Klub: TUSEM empfängt den TuS N-Lübbecke
11.12.2025
TUSEM in Coburg gefordert – Gelingt der ersehnte Befreiungsschlag?
06.12.2025
Eminent wichtiges Heimspiel am Freitag: TUSEM empfängt Lübeck-Schwartau
27.11.2025
Felix Eißing verlängert Vertrag beim TUSEM
17.01.2026
Kenji Hövels stellt sich vor: Unser neuer Cheftrainer im großen Interview
16.12.2025
Kenji Hövels übernimmt Traineramt beim TUSEM Essen
09.12.2025
TUSEM Essen stellt Trainer Daniel Haase frei
08.12.2025
Finley Werschkull verlängert bei der Ruhrpott Schmiede
18.11.2025
Sieg zum Jahresabschluss – TUSEM dreht packendes Kellerduell gegen Ferndorf
26.12.2025
Starke erste Halbzeit reicht nicht: TUSEM unterliegt HSG Nordhorn-Lingen
20.12.2025
TUSEM holt einen Punkt im ersten Spiel mit neuem Trainer
12.12.2025
Erneut keine Punkte für den TUSEM: Essener verlieren in Coburg
07.12.2025
TUSEM verpasst gegen Lübeck-Schwartau wichtige Punkte
29.11.2025