Nach dem Punktgewinn in Krefeld war der TUSEM gewillt, das gute Heimspiel gegen Oppenweiler/Backnang zu bestätigen. Die Gastgeber fanden vor 1772 Zuschauern in der Arena „Am Hallo“ auch gut rein in die Partie, so war Kreisläufer Valentin Willner früh zweimal erfolgreich, auch Felix Göttler und Alexander Schoss konnten in der Anfangsphase doppelt netzen. Die Gäste präsentierten sich allerdings überhaupt nicht wie ein punktloser Tabellenletzter und hielten gut mit. Jan-Christian Schmidt erzielte drei der ersten vier Dormagener Treffer, das Spiel über den Kreis war beim TSV oft ein gern genutztes Mittel. Nach dem zwischenzeitlichen 9:8 durch Göttler (13.) häuften sich allerdings die Unkonzentriertheiten auf Seiten des TUSEM. Dormagen ging in Führung und gab diese bis zur Pause nicht mehr ab, auch weil sich der TUSEM immer mal wieder durch Zeitstrafen aus dem Konzept brachte. Was auffällig war: Beide Abwehrreihen hatten teils große Probleme, den nötigen Zugriff zu finden. So entwickelte sich ein munteres Scheibenschießen, bei dem die Essener allerdings Probleme bei ihren Strafwürfen hatten. Der TUSEM vergab insgesamt drei Siebenmeter, im Laufe der Partie versuchten sich drei verschiedene Schützen vom Strich. Dormagen ging schließlich mit einer 22:20-Führung in die Kabine.
In der zweiten Halbzeit setzte sich das Bild quasi nahtlos fort. Dormagen spielte ihre meisten Angriffe konsequent zu Ende, ganz zur Freude der rund 30 mitgereisten Anhänger. Der TUSEM schaffte es partout nicht, das Spiel auszugleichen. Dass die Essener permanent einem Rückstand hinterherlaufen mussten, kostete Kraft und Nerven. Mehrmals wäre dieser indes möglich gewesen, doch immer wieder schlichen sich technische Fehler oder Fehlwürfe ein. Torhüter Dominik Plaue war immer mal wieder zur Stelle, doch auch seine Paraden sollten dem TUSEM an diesem Abend nicht viel nutzen. Trotz doppelter Unterzahl in der Schlussminute blieb Dormagen cool und hatte in der wohl spielentscheidenden Szene auch das nötige Quäntchen Glück: Ein Wurf unter drohendem Zeitspiel landete am Pfosten, der Abpraller landete bei Maximilian Schmidt, der cool blieb und zur Entscheidung traf (37:39). Die Niederlage der Essener war somit besiegelt.
Auf der anschließenden Pressekonferenz herrschten bei beiden Trainern naturgemäß ganz unterschiedliche Gefühlswelten. TSV-Cheftrainer Julian Bauer war erleichtert nach dem ersten Saisonsieg: „Es war ein unglaublich intensives Spiel, wir sind überglücklich, dass wir uns mit den ersten zwei Punkten belohnen konnten. Wir wussten um die enorme Zweikampfqualität des TUSEM, das haben wir phasenweise ganz gut verteidigt bekommen. Hinterher war das schwieriger, aber unser Tempospiel hat heute endlich gut funktioniert.“
TUSEM-Coach Daniel Haase bemängelte derweil den Start in die zweite Halbzeit: „Das Tempo war heute enorm hoch. Wenn wir 38 Tore werfen, muss das im Normalfall reichen. Wir kommen nicht gut aus der Kabine, wir verwerfen einen freien Ball, zwei Siebenmeter, einen Ball auf das leere Tor. Meine Mannschaft hat sich nicht aufgegeben und gekämpft. Am Ende entscheiden auch die technischen Fehler dieses Spiel. Die Enttäuschung ist groß.“ Am kommenden Spieltag (Sonntag, 5. Oktober) sind die Essener beim VfL Eintracht Hagen zu Hast. Anwurf ist dann um 18 Uhr.
TUSEM Essen: Wipf (1 Parade, 9 Prozent), Plaue (11 Paraden, 28 Prozent) – Mart (2/2), Göttler (7), Willner (5), Wolfram, Reimer (6/1), Eißing, Wolf (1), Clarius (1), Neuhaus (6), Kostuj (4), Hejny (2), Mast, Werschkull, Schoss (4)
TSV Bayer Dormagen: Oberosler (6 Paraden, 25 Prozent), Simonsen (6 Paraden, 23 Prozent) – Krist (2), Bertl (1), Leis (1), Kriescher, M. Köster (8), Böckenholt (2), Schroven (8), Strosack (4/2), M. Schmidt (6), J. Schmidt (5), Pauli, Sondermann (3), Hein
Schiedsrichter: Julian Köppl & Denis Regner
Zeitstrafen: 8 – 14
Zuschauer: 1772
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