TUSEM auch gegen Lübeck-Schwartau ohne Punkte

27.11.2021 | Spielbericht
TUSEM auch gegen Lübeck-Schwartau ohne Punkte
Der TUSEM Essen hat in der 2. Handball-Bundesliga seine vierte Niederlage in Serie kassiert. Im Heimspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau stand es am Ende 27:29 (9:14) aus Sicht der Mannschaft von Trainer Jamal Naji, die damit auf dem siebten Tabellenplatz steht.

Die Essener wollten nach den schwachen Wochen zuletzt, nun zurück zur alten Stärke finden. Die drei Niederlagen in Folge waren ärgerlich und durchaus vermeidbar, weshalb es nun gegen die Norddeutschen um wichtige Punkte ging, aber auch um wertvolles Selbstvertrauen im Aufstiegskampf. Und zunächst ging es für die Hausherren ganz gut los, immerhin erspielten sie sich eine Führung (4:2, 10.) und konnten bis dahin überzeugen. Das größte Highlight der ersten Hälfte gab es in dieser Phase auch noch: Kapitän Jonas Ellwanger kehrte nach elfmonatiger Verletzungspause zurück und durfte nach seinem Kreuzbandriss endlich wieder erste Spielminuten sammeln.

Allerdings ging es danach bergab, denn mal wieder erlaubte sich der TUSEM zu viele Fehler und vergebene Chancen vor dem gegnerischen Tor. Das wussten die Gäste für sich zu nutzen und drehten die Partie zu ihren Gunsten. Immer wieder waren sie gefährlich und kamen in gute Abschlusspositionen, kamen dadurch in einen guten Fluss. Was man von den Essenern nicht behaupten konnte, denn sie haderten zu viel mit ihrer Leistung und trauerten den Fehlern nach. So konnte sich Lübeck-Schwartau bis zur Pause auf fünf Treffer absetzen, unter anderem dank der Treffer von Paul Skorupa und Fynn Gonschor.

Der TUSEM, der krankheitsbedingt auf Noah Beyer verzichten musste, war nun also in der Pflicht eine Schippe draufzulegen und die Trendwende einzuleiten. Dass dies bei einem Fünf-Tore-Rückstand in der derzeitigen Situation nicht einfach werden würde, war wohl jedem in der Halle klar. Doch die Hausherren bemühten und belohnten sich. Dank einiger Tore vom treffsicheren Lukas Becher, sowie Paraden von Lukas Diedrich, gelang tatsächlich der zwischenzeitliche Ausgleich zum 19:19 (43.). Nun war die Begegnung wieder völlig offen und hätte zugunsten des Aufstiegskandidaten kippen können. Auch Eloy Morante hatte mit seinen erfolgreichen Abschlüssen maßgeblichen Anteil daran, dass es noch einmal spannend wurde.

Doch mal wieder verpasste es das Team von der Margarethenhöhe das Spiel zu drehen und die Gegner auf die Verliererstraße zu schicken. Erneute Abspielfehler und verpasste Torchancen waren das Manko, zumal sich die Gäste wieder berappelten und sich unter anderem durch den starken Skorupa oder Matej Klima wieder absetzen konnten. Ein Knackpunkt der Partie war sicherlich der sehr umstrittene Feldverweis gegen Essens Dennis Szczesny (51.), der nach einem eigentlich normal wirkenden Zweikampf nicht nur die rote, sondern sogar die blaue Karte sah. Dementsprechend wird noch eine Sperrstrafe folgen.

Der TUSEM musste in der Schlussphase also ohne seinen wuchtigen Rückraumspieler auskommen und hatte Probleme die Norddeutschen einzufangen. Sie ließen kaum eine Chance liegen und kamen dem Auswärtssieg von Minute zu Minute näher. Zwar zeigten die Essener eine gute Leistung im zweiten Durchgang, scheiterten jedoch erneut zu oft an sich selbst und machten den Gegner stark. Zudem hatte der ehemalige TUSEM-Torwart Nils Conrad zu oft die Hände oder Füße am Ball und verhinderte wichtige Tore. Letztendlich steht eine weitere ärgerliche Niederlage zu Buche, die den TUSEM im Aufstiegsrennen zurückwirft.

„Wir haben in der ersten Halbzeit Probleme im Angriffsspiel gegen ihren defensiven Innenblock, kommen nicht in die Breite, weil wir auch aus unseren Fernwürfen kein Kapital schlagen konnten. Wir haben uns dann in der zweiten Halbzeit besser auf ihre sehr defensive Deckung eingestellt und sind viel mehr in die Breite gegangen. Wir wollten mehr über die Außen spielen, das ist uns gut gelungen, verschießen dann aber wieder – und das ist leider das alte Lied – Eins-gegen-Null-Situationen. Am Ende haben wir mit der blauen Karte gegen Dennis Szczesny eine spielentscheidende Situation gegen uns. Und es hat sich herausgestellt, dass die Karte völliger Humbug ist. Die Schiedsrichter haben ‚Nachtreten‘ im Spielbericht eingetragen, das ist aber in keiner Form passiert. Im Gegenteil, er nimmt die Beine hoch, weil er sich im Fallen schützen will. Und leider belohnen wir uns nicht für die zweite Halbzeit“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.

Für die Essener steht nun ein Auswärtsspiel beim Dessau-Roßlauer HV an, Anwurf ist am Mittwoch (1. Dezember) um 19.30 Uhr in der Anhalt Arena.

TUSEM Essen – VfL Lübeck-Schwartau 27:29 (9:14) TUSEM: Bliß, Diedrich; Ellwanger, Glatthard, Rozman (4), Dangers (1), Homscheid, Becher (7), Ignatow, Szczesny, Müller (2), Firnhaber, Seidel, Morante (8/4), Klingler (5/1). Lübeck: Klockmann, Conrad; Potratz, Gonschor (6), Raguse, Mizumachi (3), Hansen (1), Skorupa (7), Ranke (1), Waschul, Versteijnen (4), Kretschmer (2), Klima (6), Bruhn. Siebenmeter: 5/6 – 1/1. Strafminuten: 10 (Disq. Szczesny 51.) – 10. Schiedsrichter: Fratczak (Geldern)/Ribeiro (Diepholz). Zuschauer: 1473.

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