TUSEM bietet Magdeburg lange die Stirn

25.02.2021 | Spielbericht
TUSEM bietet Magdeburg lange die Stirn
Der TUSEM Essen hat das Nachholspiel in der Liqui Moly Handball-Bundesliga beim SC Magdeburg verloren. Am Ende eines umkämpften und lange offenen Spiels unterlag die Mannschaft von Trainer Jamal Naji dem Top-Favoriten mit 28:34 (16:16).

Eigentlich hätte die Begegnung der beiden Traditionsklubs schon im November vergangenen Jahres ausgetragen werden sollen. Doch nachdem der TUSEM damals angereist war, musste die Partie kurzfristig wegen eines Corona-Verdachts bei den Magdeburgern abgesagt werden. Nun stand also das Nachholspiel auf dem Plan und die Essener wollten diese zweite Reise nicht erneut ohne Punkte antreten. Auch wenn die Herausforderung schier unlösbar schien, lieferte der Aufsteiger dem Favoriten einen Kampf auf Augenhöhe.

Ohne Malte Seidel, der wegen einer Fingerverletzung aus dem Ludwigshafen-Spiel nicht mit dabei sein konnte, versuchten die Gäste eine stabile Abwehr zu stellen. Und tatsächlich erwies sich diese als sehr griffig und aggressiv, hielt die starken Offensivkräfte der Hausherren oftmals vom Tor fern. Doch in der Mitte konnten die Magdeburger hin und wieder Lücken ausmachen und durch Omar Magnusson oder Christian O’Sullivan zu einfachen Toren kommen.

Allerdings machten auch die Hausherren hin und wieder leichte Fehler, was dem TUSEM die Hoffnung gab das Spiel lange offen zu halten. Nach leichter Anfangsnervosität steigerte er sich im Angriff von Minute zu Minute und kam dort unter anderem durch Dennis Szczesny im Rückraum oder Dimitri Ignatow auf Rechtsaußen zu Toren. Mut und Cleverness im Angriff, sowie viel Leidenschaft in der Abwehr sorgten dafür, dass der TUSEM kurz vor der Pause sogar noch in Führung gehen konnte. Mental war der Aufsteiger nach dem Sieg in Ludwigshafen nun auch im Duell mit dem SCM voll auf der Höhe und trat selbstbewusst auf.

Mit einem achtbaren 16:16 ging es in die zweite Spielhälfte, in der die Essener weiter an die Überraschung glaubten. Der starke Ignatow legte nach und wurde dabei unterstützt von einer guten Teamleistung. Abwehr und Angriff passten gut zusammen und stellten die Gastgeber weiterhin vor Probleme. Negative Erlebnisse, wie Fehlpässe oder Stürmerfouls, brachten die Gäste nicht aus der Fassung. Stattdessen hakten sie diese schnell ab und blieben optimistisch. Belohnt wurde dieses Denken mit dem zwischenzeitlichen Führungstreffer zum 26:25 (48.).

Spätestens jetzt war klar, dass der SC Magdeburg noch einmal eine Schippe drauflegen müsse – und das tat er. Begünstigt wurde dies durch den Knackpunkt der Partie. Essens Angriff wurde von den Schiedsrichtern mit dem Pfiff eines Stürmerfouls unterbunden und im Gegenzug sah Dennis Szczesny nach seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte. Der TUSEM musste von nun an ohne seinen Kapitän und erneut wichtigen Rückraumspieler auskommen, was ihm sichtlich schwerfiel. Dem immer größer werdenden Druck des Favoriten konnten die Essener nicht mehr so recht standhalten und erlaubten sich einige kleine Fehler. Magdeburg war in der Schlussphase nicht mehr zu stoppen. Jannick Green im Tor vereitelte eine gegnerische Chance nach der anderen und in der Offensive sorgten die flinken Omar Magnusson und Gisli Kristjansson für die Entscheidung. Das Endergebnis von 34:28 war letztendlich deutlicher, als es der Spielverlauf vermuten ließ.

„Wir wurden direkt nach dem Spiel mit sehr viel Lob überschüttet. Aber davon können wir uns nicht wirklich viel kaufen. Aber wenn mir jemand vor vier Monaten gesagt hätte, dass wir gegen Magdeburg so lange so gut mithalten würden, dann hätte ich ihn damals wohl für wahnsinnig erklärt. Das war schon eine bemerkenswerte Leistung von uns. Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir mit unfassbar viel Herz verteidigt. Auch wenn wir da noch nicht die beste Torwart-Leistung hatten, waren wir immer dran. Der Knackpunkt war die Rote Karte gegen Dennis Szczesny. Weil Malte Seidel nicht spielen konnte, hatten wir nicht mehr so viele Wechselmöglichkeiten auf der Position. Das hat uns viel Kraft gekostet. Und dann war es letztendlich einfach auch die Weltklasse der Magdeburger Spieler, die das Spiel dann entschieden haben“, sagte TUSEM-Trainer Jamal Naji nach der Niederlage.

Für den TUSEM steht nun erneut ein Auswärtsspiel auf dem Programm. Am Donnerstag, den 4. März geht es gegen DHfK Leipzig. Anwurf in der Quarterback Arena ist um 19 Uhr.

SC Magdeburg – TUSEM Essen 34:28 (16:16) Magdeburg: Thulin, Green; Musa, Chrapkowski (1), Kluge, Steinert, Kristjansson (5), Pettersson (2), Magnusson (11/6), Hornke, Gullerud (3), Mertens (4), O’Sullivan (5), Bezjak (3), Damgaard, Preuss. TUSEM: Bliß, Diedrich, Fuchs; Beyer (5/3), Rozman (1), Durmaz, Becher (3), Ignatow (7), Szczesny (4), Müller (1), Firnhaber (3), Morante (1), Klingler, Kluth (1), Ingenpaß, Zechel (2). Siebenmeter: 6/7 - 3/4. Strafminuten: 4 – 10 (Disq. Szczesny 48.) Schiedsrichter: Fedtke/Wienrich (beide Berlin).

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