TUSEM erkämpft sich Remis zum Jahresabschluss

26.12.2021 | Spielbericht
TUSEM erkämpft sich Remis zum Jahresabschluss
Der TUSEM Essen hat in seinem letzten Spiel in diesem Kalenderjahr ein Unentschieden geholt. Gegen den HC Empor Rostock stand es am Ende 31:31 (12:14), damit überwintert die Mannschaft von Trainer Jamal Naji auf dem siebten Tabellenplatz der 2. Handball-Bundesliga.

Der Respekt vor dem Gegner aus Rostock war groß. Der TUSEM bereitete sich auf einen formstarken und unorthodox spielenden Kontrahenten vor, der in der Tabelle aktuell einen Rang vor den Essenern steht. Dementsprechend hatte diese Begegnung für beide Mannschaften eine enorme Bedeutung, zumal sie sich auch jeweils mit einem Sieg in die Winterpause verabschieden wollten.

Und tatsächlich bekamen die 1242 Fans in der Arena „Am Hallo“ eine temporeiche Anfangsphase zu sehen, in der beide Teams den schnellen Weg zum Tor suchten. Auf Rostocker Seite gab Robin Breitenfeldt den Ton an, war sehr dynamisch im Angriff und daher nur schwer zu packen. Der TUSEM versuchte leidenschaftlich zu verteidigen, bekam die Gäste aber nicht immer in den Griff. Das bereits erwähnte „unorthodoxe Spiel“ zeigte sich darin, dass der HC Empor phasenweise für eine Überzahl im Angriff sorgte, durch die Herausnahme des eigenen Torhüters. Der siebte Feldspieler tat offensichtlich gut, das eine oder andere Mal tat sich für ihn eine Lücke auf. Somit konnten sich die Norddeutschen einen Vorsprung erspielen, den sie bis zur Pause über die Zeit bringen sollten.

Die Gastgeber waren im Angriff bemüht, scheiterten jedoch häufig an der hochgewachsenen Rostocker Defensive. Jeder Treffer war das Produkt harter Arbeit, welche nicht immer gelang. Hin und wieder erlaubten sich die Essener Abspielfehler oder scheiterten an Torwart Robert Wetzel. Das wiederum freute die mitgereisten Rostocker Fans, die in der Arena ordentlich Lärm machten und die 14:12-Führung ihrer Jungs zur Halbzeit bejubelten.

Um das Jahr 2021 nicht mit einer Niederlage zu beenden, war der TUSEM nun gefordert. Doch die ersten Minuten verschlief er völlig, die Abwehr war zu einfach zu überwinden und im Angriff rannte er sich fest. Die Gäste waren hellwach, konnten ein paar Steals für sich verzeichnen und somit den Vorsprung weiter ausbauen. Jonas Thümmler wurde am Kreis häufig freigespielt und ließ sich kaum eine Chance entgehen. So stand es plötzlich 15:22 (40.).

Es schien so, als ob die Essener die Niederlage nicht verhindern könnten. Doch dann weckten sie den Kampfgeist in sich und starteten die Aufholjagd. Rostock musste einige Spieler wechseln und in dieser Phase kam ein kleiner Bruch ins Spiel. Jetzt waren es die Jungs von Trainer Till Wiechers, die etwas nervös wirkten und Ballverluste produzierten. Großen Anteil daran hatte die Abwehr des TUSEM um den eingewechselten Jonas Ellwanger, die nun sehr bissig war.

Von Minute zu Minute wurde der Rückstand geringer, auch weil Tim Rozman und Eloy Morante mit ihrer guten Körpersprache zielstrebig in Richtung Tor marschierten – mit Erfolg. Die Schlussminuten wurden noch einmal richtig dramatisch. Der HC Empor schien plötzlich schlagbar. Allerdings verwarf der TUSEM einige Bälle und somit hatten die Gäste die Chance den Deckel drauf zu machen. Der starke Breitenfeldt trat wenige Sekunden vor dem Ende zum Siebenmeter an – aber scheiterte an Sebastian Bliß! Anstelle des entscheidenden 32:30 für die Rostocker, hatte nun der TUSEM die Chance zum Ausgleich. Fast mit der Schlusssirene übernahm Kapitän Jonas Ellwanger Verantwortung und traf zum 31:31-Endstand. Ein glückliches Ende eines schwierigen Spiels.

„Wir waren Anfang der zweiten Halbzeit überhaupt nicht da. Uns hat die Energie gefehlt und so kam der große Rückstand zustande. Aber da muss ich der Mannschaft ein großes Kompliment aussprechen, dass wir uns berappelt haben. Ja, so ein bisschen freuen wir uns über den Punkt, aber wir wollten im Vorfeld eigentlich mehr. Nach dem Spielverlauf sind wir aber recht glücklich mit dem Unentschieden“, sagte Essens bester Schütze, Eloy Morante.

Sein Trainer Jamal Naji sah es ähnlich und ergänzte: „Wir hatten unglaublichen Respekt vor dieser Aufgabe, denn Rostock spielt eine unglaublich starke Saison. Wir haben es 40 Minuten lang nicht gut verteidigt und hatten bis dahin keine gute Torhüter-Leistung. Dann haben wir taktisch etwas umgestellt in der Abwehr und holten uns einige Bälle. Ich ärgere mich fast noch ein bisschen, weil wir das Spiel sogar hätten gewinnen können am Ende. Letztendlich müssen wir aber nach so einem Spielverlauf gegen eine so treffsichere Mannschaft mit dem Punkt zufrieden sein.“

Die Mannschaft von der Margarethenhöhe geht nun in die Winterpause und wird erst am 4. Februar wieder in die Liga starten. Dann steht das Auswärtsspiel bei der HSG Nordhorn-Lingen an. Bis dahin wünscht der TUSEM allen Fans, Sponsoren und Unterstützern einen guten Rutsch und einen tollen Start in das neue Jahr!

TUSEM Essen – HC Empor Rostock 31:31 (12:14) TUSEM: Bliß, Diedrich; Ellwanger (2), Glatthard, Rozman (6), Dangers (3), Becher (2), Ignatow (2), Szczesny (2), Müller (1), Firnhaber (1), Seidel, Morante (11/8), Klingler (1). Rostock: Wetzel, Uhl; Wilhelm (1), Steidtmann (2), Ottsen (1), Schütze, Mehler, Witte (4), Asmussen (5), Schmidt, Zboril, Breitenfeldt (7/5), Kohnagel (2), Thümmler (5), Pechstein (2), Lößner (2). Siebenmeter: 8/9 – 5/7. Strafminuten: 6 – 8 (Rot gegen Lößner, 19.). Schiedsrichterinnen: Janz/Sug (beide Köln). Zuschauer: 1242.

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