Es war keine leichte Aufgabe für den TUSEM beim Tabellenvierten. Das war den Beteiligten im Vorfeld klar, aber die Essener wollten natürlich trotzdem ihr Glück versuchen und stellten ab der 5. Minute eine gute Abwehr auf die Platte. Nachdem die Potsdamer bereits mit 3:0 geführt hatten (3.), kam die Mannschaft von Trainer Kenji Hövels besser ins Spiel. Einige Male zwangen die Essener ihre Gegner ins Zeitspiel, auch wenn sie nicht alle Angriffe bis zum Ende abwehren konnten. Mit zunehmender Spielzeit provozierten die Gäste einige Fehler im Passspiel der Gastgeber. Potsdam scheiterte zudem immer wieder an Torhüter Finn Knaack, der mit seinen Paraden dafür sorgte, dass sich das Spiel drehte.
Zwar machten auch die Essener viele Fehler, teilweise auch leichtfertig, aber die Angriffsleistung wurde von Minute zu Minute besser. Ziemlich flexibel war der TUSEM vor dem gegnerischen Tor. Mal ging es über die Außen, darunter auch ein schöner Heber von Tim Mast, mal ging es mit Kraft durch den Rückraum. So sorgten auch die wuchtigen Abschlüsse von Felix Göttler dafür, dass es mit einer knappen, aber durchaus verdienten 13:12-Führung für Essen in die Pause ging.
Nach dem Seitenwechsel machte der TUSEM gut weiter und konnte sich sogar auf 14:17 (33.) absetzen. Potsdam machte einige Fehler und hatte Probleme in die Spur zu finden. Die Essener schraubten das Tempo zudem weiter nach oben und waren unter anderem durch Max Neuhaus, vor allem aber über die Außenspieler Felix Eißing und Tim Mast erfolgreich. Einige sehenswerte und gefühlvolle Treffer ließen die Führung noch größer werden (20:24, 44.).
Der TUSEM war auf einem guten Weg für die Überraschung zu sorgen. Doch in der Schlussphase wurde es noch einmal spannend. Potsdam war nun deutlich stärker im Abschluss und zündete die Stimmung in der Halle an. Der eingewechselte Rune Laskowski sorgte für Schwung in der Offensive und auch seine Kollegen Jannek Klein und Dustin Kraus bündelten noch einmal alle Kräfte. Der TUSEM machte kleine Fehler und wurde von der stärker gewordenen VfL-Abwehr mehrfach ins Zeitspiel gezwungen, weshalb der Vorsprung immer kleiner wurde. Mit der Schlusssirene kassierten die Gäste den Ausgleichstreffer, konnten aber immerhin einen Punkt aus Potsdam mitnehmen.
„Wir kommen schlecht rein ins Spiel und machen zu viele einfache Fehler. In der zweiten Halbzeit setzen wir uns gut ab. Aber in der Schlussphase merkt man uns an, dass der Druck hoch ist und wir punkten müssen. Trotzdem sind wir froh, dass wir nicht mehr auf einem Abstiegsplatz stehen“, sagte Rückraumspieler Felix Mart im Interview bei „Dyn“.
Trainer Kenji Hövels war durchaus angetan von der Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben sehr leidenschaftlich verteidigt. Das ist brutal gegen Potsdam, die eine so hohe individuelle Qualität haben. Wir haben viel Energie investiert und das hat sich ausgezahlt. In der ersten Halbzeit war das Spiel sehr zerfahren und hat von Fehlern auf beiden Seiten gelebt. Aber in der zweiten Halbzeit fand ich uns besser. In den Schlüsselmomenten konnten wir unsere Chancen dann leider nicht gut genug nutzen. Aber grundsätzlich müssen wir zufrieden sein, denn dieser Punkt bringt uns näher an unser Ziel und ist nicht selbstverständlich.“
Für den TUSEM geht es nun mit einem Heimspiel gegen den HC Elbflorenz Dresden weiter. Anwurf in der Sporthalle „Am Hallo“ ist am Sonntag, den 26. April, um 17 Uhr.
1.VfL Potsdam - Tusem Essen 32:32 (12:13). Potsdam: Höler, Grundmann; Siemer (3/2), Mahr (2), Paulnsteiner (2), Bulzamini, Klein (7), Sontacchi, Hildenbrand (1), Fuhrmann (2/1), Schröder (5), Schley, Hagen, Laskowski (3), Kraus (7). TUSEM: Knaack, Plaue; Mart (2), Göttler (3), Willner (2), Wolfram, Homscheid (2), Reimer (3/3), Eißing (5), Wolf, Neuhaus (5), Kostuj, Hejny (2), Mast (4), Werschkull, Schoss (4). Siebenmeter: 3/4 - 3/5. Strafminuten: 12 - 6. Schiedsrichter: Gimmler/Rips. Zuschauer: 1039. Foto: Dennis Ewert.
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