Außergewöhnlich war diese Begegnung in jedem Fall – auch schon vor dem Anpfiff. Bei hochsommerlichen Temperaturen kamen fast 2000 Fans in die Sporthalle „Am Hallo“, um das Wiederholungsspiel zwischen den Essenern und den Gästen aus Sachsen-Anhalt zu sehen. Kurzfristig musste das eigentlich angesetzte Schiedsrichter-Duo Robert Schulze/Tobias Tönnies verletzungsbedingt passen, weshalb Fabian Baumgart und Philipp Dinges einsprangen.
Für die Dessauer ging es um den Klassenerhalt – noch einmal 60 Minuten lang zittern. Doch die Mannschaft von Trainer Uwe Jungandreas bewies von Anfang an Siegeswillen und zeigte sich in vielen Szenen sehr entschlossen. Die Abwehr stand gut, machte es dem TUSEM somit schwer. Zudem entwickelten sie in der Offensive eine ordentliche Durchschlagskraft, unter anderem durch Antreiber Vincent Bülow und die präzisen Abschlüsse von Tim Hertzfeld. So konnten sich die Gäste schon recht früh absetzen, nach zehn Minuten stand es bereits 3:8.
Die Essener hatten ihre Probleme. Klar, denn es fehlten mit Jan Reimer, Max Neuhaus, Finn Wolfram, Felix Eißing, Fynn Hermeling, Oskar Kostuj und Finley Werschkull sowie den Verletzten Nils Homscheid und Alex Schoss gleich neun Kräfte aus dem Zweitligakader. Somit waren viele Abläufe nicht so eingespielt, auch die Abwehr hatte ihre Schwierigkeiten. Immerhin: einige Paraden von Dominik Plaue verhinderten in der ersten Halbzeit Schlimmeres und der TUSEM kämpfte sich im Laufe der ersten Halbzeit heran. Ein Faktor war auch die Hereinnahme von Felix Göttler, der erst am Tag zuvor von der U21-Weltmeisterschaft in Polen angereist war. Der Rückraumspieler drückte dem Duell seinen Stempel auf und machte den Essenern mit seinen Treffern wieder Hoffnung. Den 14:18-Rückstand zur Pause konnte er jedoch nicht verhindern.
Es war klar, dass es in der zweiten Halbzeit für den TUSEM nicht einfacher werden würde. Der DRHV hatte Mut geschöpft und war vom sicheren Klassenerhalt nur noch 30 Minuten entfernt. Das war Motivation genug, um nicht nachzulassen. Und tatsächlich machten die Gäste da weiter, wo sie vor der Pause aufgehört hatten. Im Angriff zeigten sie sich zielstrebig, darunter Marcel Nowak und allen voran: Yannick Danneberg. Der Rückraumspieler war mit seinen wuchtigen Würfen nur schwer zu stoppen und erzielte wichtige Treffer.
Dennis Wipf, der Essener Torhüter im zweiten Durchgang, war noch einmal mit einigen Paraden zur Stelle, doch im Angriff blieben zu viele Chance ungenutzt. Die Niederlage war nicht mehr aufzuhalten, auch wenn sich der TUSEM bis zum Schluss wehrte.
Auch die vielen Debütanten aus dem eigenen Nachwuchs konnten Spielzeit sammeln und kämpften sich in die Partie. Nicht alles gelang, aber viele gute Aktionen waren dabei. Unter anderem konnte Danilo Zunic (Foto) seinen ersten Treffer für die Profis erzielen, ebenso wie Mika Petersen.
Auch wenn sich die Essener in der Schlussphase noch einmal auf immerhin vier Treffer herankämpften (23:27, 55.), war gegen die abgezockten Dessauer nichts mehr zu holen. Und so konnten die mitgereisten Fans zusammen mit ihrer Mannschaft den Klassenerhalt nun auch endgültig feiern.
„Trotz der ganzen Umstände haben beide Mannschaften das souverän gespielt und sind es professionell angegangen. Für mich war sofort klar, dass ich da sein werde, fit bin und ich noch ein Mal zusammen mit Dennis Szczesny spielen möchte. Das hat mir auch nochmal ein paar Prozente gegeben – und dann noch vor voller Halle. Uns war wichtig, dass sich keiner verletzt und uns in der Konstellation bestmöglich zu zeigen. Das haben wir versucht“, sagte TUSEM-Linksaußen Tim Mast nach der Niederlage.
Sein Trainer Daniel Haase zeigte sich ebenfalls nicht allzu enttäuscht: „Wir haben am Anfang zu schnell zu viel gewollt. Also machen wir technische Fehler und Stürmerfouls. Wir haben alles versucht, aber nicht ganz das Tempo, das Dessau hatte. Am Ende ist der Sieg für Dessau völlig verdient. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht, was die Jugendspieler betrifft. Es war schön, dass Danilo und Mika ein Tor gemacht haben. Ich freue mich für die Jungs und sie saßen nach dem Spiel freudestrahlend in der Kabine. Das ist menschlich, die sind 17 und durften vor 2000 Menschen spielen. Man darf aus der ganzen Sache auch etwas Positives mitnehmen.“
Für den TUSEM ist nun endgültig Sommerpause, auch wenn diese nicht allzu lange ausfallen wird. Mitte Juli beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison in der 2. Handball-Bundesliga.
TUSEM Essen – Dessau-Roßlauer HV 24:30 (14:18). TUSEM: Plaue, Wipf; Wilhelm, Göttler (7), Heiderich, Zunic (1), Szczesny (3/1), Buschhaus (1), Clarius (2), Weiß (1), Szuharev (3), Schober, Kieslich, Zilkens, Mast (5), Petersen (2/1). Dessau: Patzwaldt, Ambrosius; Gonschor (1), F.Haake (1), C.Haake (1), Bülow (5/2), Nowak (5), Baumgart (1), Misovych (2), Emanuel (1), Danneberg (8), Drachau, Hein (1), Hertzfeld (4), Pust. Schiedsrichter: Baumgart/Dinges. Siebenmeter: 3/4 – 2/3. Strafminuten: 6 – 4. Zuschauer: 1926. Foto: Dennis Ewert.
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