Ohne den kurzfristig erkrankten Kapitän Max Neuhaus und den am Knie verletzten Finley Werschkull machten sich die Essener auf den Weg in das über 550 Kilometer entfernte Dresden. Dort wollte man die schmerzliche Niederlage aus der Vorwoche gegen Potsdam (28:35) eigentlich vergessen machen. Allerdings traf der TUSEM auf einen von Beginn an starken Gegner. Die Dresdener, die in dieser Saison um den Aufstieg in die 1. Liga spielen, nahmen ihre Gäste sofort ernst und fackelten nicht lange. Die Abwehr des HC Elbflorenz stand recht stabil und verleitete den TUSEM zu leichten Fehlern oder hastigen Abschlüssen. Zudem stand mit Marino Mallwitz ein gut aufgelegter Torhüter zwischen den Pfosten.
Und wenn die Gastgeber den Ball hatten, ging es ganz schnell. Oliver Seidler war Zielspieler im Zentrum und netzte ein. Und auch sonst fanden die temporeichen Passstafetten immer wieder eine Lücke in der Essener Abwehr und somit den Weg zum nächsten Tor. So stand es nach 13 Minuten bereits 10:3.
Essens Trainer Daniel Haase versuchte mit seinen frühen Auszeiten das Spiel der Gastgeber zu stoppen und seinen Jungs Mut mit auf den Weg zu geben. Zudem brachte er Tom Wolf (Foto), der mit seinen wuchtigen Abschlüssen durchaus erfolgreich war. So kam noch etwas mehr Gefahr in den Angriff, womit der HC durchaus Probleme hatte. Doch das änderte nichts daran, dass der Vorsprung recht deutlich blieb. Zur Pause stand es 19:12.
Einfacher wurde es somit nicht. Aber immerhin sah man den Essenern den Kampfgeist an und sie versuchten einen Zugang zum Spiel zu bekommen. Die Abwehr spielte zu Beginn des zweiten Durchgangs etwas offensiver, was auch den einen oder anderen Ballgewinn brachte. Einige gute Einzelaktionen im Angriff brachten weitere Treffer, doch Dresden hatte immer die richtige Antwort parat. Und meist ging es für den TUSEM dann doch zu schnell. Egal ob Anton Preußner oder Timo Löser: Elbflorenz war aus allen Lagen zielstrebig und treffsicher.
Zwar erlaubten sich die Sachsen mal eine kurze Schwächephase, die die Mannschaft von der Margarethenhöhe wenigstens etwas für sich nutzen konnte, doch offenbar diente diese Phase nur dazu noch mehr Kraft für die Schlussminuten zu sammeln. Denn da rollte der Zug wieder los und ließ dem TUSEM keine Chance. Jonas Thümmler besorgte den 40. Treffer für Dresden und letztendlich war kurz darauf auch Schluss. Für den TUSEM gab es beim 41:24 nichts zu holen.
„Wir haben uns viel vorgenommen, kommen aber nicht gut ins Spiel. Da hatten wir keinen Zugriff in der Abwehr und gehen ein bisschen zu blauäugig mit unseren Chancen in der zweiten Welle um. Beim 10:3 haben wir die erste Auszeit genommen und dann ging es bis zum 19:12 so weiter. Wir waren nicht zufrieden, weil wir viele Bälle verworfen haben, keinen Zugriff in der Abwehr und keine Paraden hatten. Das war bei Elbflorenz genau das Gegenteil. Für die zweite Halbzeit haben wir uns viel vorgenommen, kommen mit der Überzahl auf fünf Tore heran. Dann hatten wir wieder ein, zwei doofe Entscheidungen. Da müssen wir uns einfach raffen und es vernünftig zu Ende spielen. Wir müssen lernen in Drucksituationen technische Fehler zu vermeiden und uns eher foulen lassen, um in Ballbesitz zu bleiben. Trotzdem schauen wir nach vorne“, sagte TUSEM-Trainer Daniel Haase nach der Niederlage.
Für die Essener steht am kommenden Freitag (28. November) wieder ein Heimspiel an, dann kommt der VfL Lübeck-Schwartau in die Sporthalle „Am Hallo“.
HC Elbflorenz Dresden – TUSEM Essen 41:24 (19:12). Dresden: Mallwitz, Cantegrel; Bensch, Wucherpfennig (2), Norberg, Dierberg (9/5), Pehlivan (1), Preußner (6), Stavast (4), Greß (2), Stoyke, Dutschke, Thümmler (5), Löser (7), Seidler (5). TUSEM: Knaack, Plaue; Becker, Mart (2/1), Göttler (3), Willner (1), Neher (1), Wolfram, Reimer, Eißing (3), Buschhaus (2), Wolf (5), Kostuj (2), Mast (3), Schoss (2). Schiedsrichter: J.Lier / M.Lier. Siebenmeter: 5/6 – 1/2. Strafminuten: 4 – 6. Zuschauer: 1953. Foto: Dennis Ewert.
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