Auf dem Papier waren die Rollen klar verteilt: das Schlusslicht aus dem Erzgebirge ging als Außenseiter in das Duell, ließ sich dies jedoch nicht anmerken. Die Gastgeber versuchten von Beginn an ihre Gäste zu ärgern und zeigten sich engagiert in der Abwehr. Im Angriff lief es auch recht ordentlich, vor allem weil Marko Vignjevic einen richtig guten Tag erwischte. Der Rückraumspieler war für die Essener Abwehr kaum zu stoppen und sollte insgesamt auf satte zehn Treffer kommen.
Der TUSEM selbst hatte einige Probleme ins Spiel zu finden und vergab gute Torchancen. Aue zielte etwas besser und so stand es zwischenzeitlich 10:5 (21.) für den EHV. Dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel, lag an Lukas Diedrich im Tor, der mit einigen Paraden zur Stelle war.
Die Mannschaft von Trainer Michael Hegemann musste ohne den angeschlagenen Dennis Szczesny auskommen, womit sowohl in der Abwehr als auch im Angriff eine wichtige Option fehlte. Zusätzlich musste der TUSEM ab der 21. Minute auch auf Christian Wilhelm verzichten, der nach einem vermeintlich zu harten Einsteigen die rote Karte gesehen hatte. Eine harte Entscheidung des Schiedsrichter-Duos, wohl auch eine zu harte.
Immerhin: noch vor der Pause schafften es die Männer aus dem Ruhrgebiet noch einmal eine Schippe draufzulegen und den Rückstand zu verkürzen. Aue schwächelte etwas, leistete sich nun selbst einige ungenaue Abschlüsse und Zuspiele, zudem wirkte der TUSEM in dieser Phase etwas frischer. Einige Bälle konnte die Abwehr abfangen und per schnellem Gegenstoß im gegnerischen Tor unterbringen. Die zwischenzeitliche Fünf-Tore-Führung der Hausherren schmolz auf drei Treffer. Somit war für die Essener durchaus noch etwas möglich. Klar war aber auch, dass eine Steigerung hermusste.
Aue zeigte sich aber auch im zweiten Durchgang sehr kämpferisch und stellte den TUSEM immer wieder vor Probleme. Torhüter Sveinbjörn Petursson war einige Male die Endstation der Offensivaktionen, zudem fanden die Erzgebirgischen immer wieder gute Lösungen gegen die gegnerische Hintermannschaft. Der TUSEM offenbarte die eine oder andere Lücke zu viel – und bekam Vignjevic eben auch nicht unter Kontrolle.
So liefen die Gäste weiter einem Rückstand hinterher, der sogar auf acht Treffer anwuchs (25:17, 56). Damit war die Entscheidung gefallen. Auch wenn Philipp Asmussen und Jonas Ellwanger mit ihren kräftigen Vorstößen ein gutes Mittel gegen die kompakte Auer Abwehr fanden, kamen ihre Treffer zu spät und die Niederlage war besiegelt. Insgesamt fehlte den Essenern vor allem Präzision im Angriff und gegen einen kämpferischen EHV die richtigen Mittel, um etwas Zählbares mitzunehmen.
„Wir sind schwer ins Spiel gekommen, haben uns aber dann hereingekämpft. In der ersten Halbzeit lassen wir schon zu viele freie Bälle liegen. Wir kamen nochmal heran, aber haben insgesamt einfach zu viele Chancen liegengelassen. Die rote Karte gegen Christian Wilhelm war extrem hart und durch diese Entscheidung haben uns die Schiedsrichter eine wichtige Wechseloption genommen. Am Ende haben wir nochmal etwas versucht, aber es hat nicht gereicht. Für uns ist diese Niederlage sehr frustrierend“, ärgerte sich TUSEM-Trainer Michael Hegemann.
Nun ist etwas Zeit, um zu regenerieren und sich neu einzustellen. Das nächste Spiel der Essener ist am 23. März in der Arena „Am Hallo“ gegen den Dessau-Roßlauer HV, Anwurf ist um 19.30 Uhr.
EHV Aue – TUSEM Essen 26:21 (13:10). Aue: Bochmann, Petursson; Hopfmann (2), Izumoto, Pereira (5/1), Sajenev (2), Slachta, Mubenzem, Levak, Paraschiv (1), Lange, Gansau, Schwock, Blecha (6), Vignjevic (10/1). TUSEM: Fuchs, Diedrich; Ellwanger (2), Kämper, Wolfram (4), Wilhelm, Homscheid (2/2), Asmussen (5), Seidel, Klingler (1), Neuhaus, Rose (3), Mast (2), Schoss (1). Schiedsrichter: Scharfe (Gosen)/Kittel (Neuenhagen). Siebenmeter: 2/4 – 2/2. Strafminuten: 6 – 8. Rote Karte: Wilhelm (21., Foulspiel). Zuschauer: 1140.
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