Nach der Länderspielpause stand für den TUSEM wieder ein Heimspiel an, das man nach zwei Niederlagen am Stück unbedingt gewinnen wollte. Gute Erinnerungen hatten die Essener an den 34:28-Sieg im Hinspiel, weshalb sie eigentlich optimistisch in das Duell mit den Thüringern hätten gehen müssen. Doch die erste Halbzeit verlief alles andere als nach Plan.
Die Hausherren hatten durchaus Schwierigkeiten die Deckung der Gäste zu überwinden und erlaubten sich einige technische Fehler. Unter anderem landeten die Pässe im Seitenaus – da fehlte es an Präzision und Konzentration. Und wenn die Chancen da waren, blieben sie zu häufig ungenutzt. Teilweise landeten die Bälle mit Pech an Latte oder Pfosten, teilweise vergaben die Jungs von der Margarethenhöhe die Möglichkeiten zu leichtfertig. Lediglich sieben Treffer gelangen ihnen im ersten Durchgang, während der ThSV immerhin auf zehn kam. Jannis Schneibel und Fynn Hangstein waren für Eisenach die Aktivposten im Rückraum und fanden immer wieder den Weg in Richtung des gegnerischen Tores. Der TUSEM fand in der ersten Hälfte kaum zu seinem Spiel und musste verdientermaßen einem Rückstand hinterherlaufen.
Klar war, dass es in der zweiten Halbzeit so nicht weitergehen konnte. Es musste sich etwas ändern, allerdings war der Hebel, den es umzulegen galt, offensichtlich sehr groß und schwer. Eisenach machte holte im Prinzip das Beste aus sich heraus, allen voran in Person von Hangstein. Der Vorsprung hielt zunächst und der TUSEM tat sich weiterhin schwer mit der Torausbeute. Co-Trainer Michael Hegemann, der an diesem Abend für den an Corona erkrankten Cheftrainer Jamal Naji das Ruder an der Seitenlinie übernommen hatte, versuchte den Fluss des Gegners mit einer Auszeit zu unterbrechen und seiner Mannschaft noch einmal einen Schub zu geben. Zu diesem Zeitpunkt stand es allerdings schon 10:16 (38.) und Eisenach schien davonzueilen.
Immerhin kämpften sich die Hausherren nun in die Partie und waren auch vor dem Tor zielsicherer. Plötzlich sahen die über 1400 Zuschauer in der Arena „Am Hallo“, dass der TUSEM aufholte und die Schlussphase spannender wurde als kurz zuvor noch erwartet. Felix Klingler und Noah Beyer waren mit ihren Treffern zur Stelle und sorgten bei den Fans noch einmal für Hoffnung. Nach zwei Roten Karten gegen die Gäste – Ivan Snajder und Peter Walz hatten diese gesehen – traf Beyer tatsächlich zum 23:23-Ausgleich in der Schlussminute. Allerdings hatte Eisenach noch ein letztes Mal die Chance einen Treffer zu erzielen und ließ sich diese nicht entgehen. Das 23:24 fiel mit der Schlusssirene und setzte den aus Essener Sicht unglücklichen, aber auch nicht unverdienten Deckel auf dieses Spiel. Es war die dritte Niederlage in Serie und für die meisten Akteure die wohl schmerzhafteste.
„Wir haben eigentlich recht gut angefangen, haben dann aber zu viele freie Chancen liegenlassen und hatten eine zu hohe Anzahl an technischen Fehlern. Da haben wir die Bälle zu leichtfertig weggeworfen und bringen uns selbst aus dem Rhythmus. In die zweite Halbzeit sind wir sehr schlecht gestartet und hatten eine Phase, in der wir kaum noch richtig verteidigt haben. Wir haben dann unsere Abwehr auf 5:1 umgestellt und hatten noch einmal einen Schub an Leidenschaft und Willen. Die Leichtigkeit ist gerade nicht so da, uns fehlen momentan ein paar Prozentpunkte“, sagte Trainer Michael Hegemann nach der Niederlage.
Auch Torwart Sebastian Bliß fand kritische Worte: „Wenn man mehr als 45 Minuten lang nicht gut spielt, dann hat man es einfach nicht verdient zu gewinnen. Eisenach hat es gut gemacht und die zwei Punkte aus meiner Sicht verdient. Die Abwehr hat in vielen Phasen gut gearbeitet, aber wir Torhüter hatten keinen guten Tag. Vorne lief es dann auch nicht nach Plan und letztendlich sind wir alle selbst dran schuld, dass wir zuhause verlieren. Die Leistung hat einfach nicht gestimmt.“
Für den TUSEM steht nun wieder ein Auswärtsspiel an. Am nächsten Freitag (29. April) geht es zum VfL Lübeck-Schwartau, Anwurf in der Hansehalle ist um 19.30 Uhr.
TUSEM Essen – ThSV Eisenach 23:24 (7:10) TUSEM: Bliß, Diedrich; Beyer (8/7), Ellwanger (1), Glatthard, Rozman (1), Dangers, Becher, Ignatow, Szczesny (2), Bergner, Müller (1), Firnhaber, Seidel, Morante (3), Klingler (6). Eisenach: Lucin (1), Jepsen; Iffert, Wöhler, Potisk (1), Hangstein (7/2), Ulshöfer (1), Walz (3), Tokic (3), Sousa, Dicker, Donker, Schneibel (4), Snajder (2), Weyhrauch, Saul (2). Siebenmeter: 7/8 – 2/3. Strafminuten: 2 – 16 (Disq. Walz 59. und Snajder 60.). Schiedsrichterinnen: Heinz (Neuhausen)/Lenhardt (Stuttgart). Zuschauer: 1411.
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