Heimspieltage sind für den TUSEM Essen nicht nur am schönsten, sondern in dieser Saison bislang auch enorm wichtig. Alle Punkte hat das Team von Trainer Daniel Haase zuhause geholt – und damit sollte es auch gegen das Top-Team aus Baden-Württemberg weitergehen. Das war jedenfalls das klare Ziel, doch einfach würde es nicht werden. In der Anfangsphase waren beide Teams vor allem in der Defensive konzentriert. Die Gäste stellten eine robuste Abwehr auf die Platte und machte es den schnellen Gastgebern nicht wirklich einfach in Richtung Tor zu ziehen. Auf der anderen Seite war Balingen durchaus durchsetzungsstark und erspielte sich so eine 7:3-Führung nach einer knappen Viertelstunde. Teilweise war der TUSEM etwas zu ungenau im Passspiel und Abschluss, weshalb Daniel Haase die erste Auszeit nehmen musste.
Die Essener versuchten es daraufhin mit mehr Tempo im Angriff, hatten dabei auch Unterstützung von Rückkehrer Max Neuhaus. Der Rückraumspieler spielte zum ersten Mal nach seiner fast zweimonatigen Verletzung und trieb sein Team sofort an. Die Geschwindigkeit tat dem TUSEM gut, Balingen hatte nun ordentlich zu tun. Ganz zu stoppen waren die Gäste nicht, vor allem Daniel Blomgren, doch immer wieder hatte Essens Torwart Dennis Wipf seine Hände und Füße im Spiel. Mit insgesamt zehn Paraden im ersten Durchgang hatte der 25-Jährige großen Anteil daran, dass sein Team mit einer knappen 13:12-Führung in die Pause gehen konnte.
Das knappe Ergebnis versprach Spannung für die zweite Halbzeit. Und die sollte es auch geben. Balingen versuchte durch Jerome Müller und Elias Huber gefährlich zu werden, was durchaus gelang. Zu Beginn der zweiten Hälfte war der TUSEM im Angriff teilweise etwas zu zögerlich und noch nicht entschlossen genug, was die HBW dazu nutzte, das Spiel wieder zu drehen (15:16, 37.).
Aber die Hausherren ließen sich nicht beeindrucken und behielten die Ruhe. Die Abwehr legte noch mehr zu und nun lief es auch im Angriff wieder besser. Felix Göttler und Alexander Schoss waren mit einigen kraftvollen Abschlüssen zur Stelle und heizten mit ihren Toren die Stimmung in der Halle an. In einer umkämpften und durchaus emotionalen Partie war der TUSEM mental voll auf der Höhe. In der Abwehr agierte er clever und hellwach, konnte somit einige Bälle gewinnen. Über die schnellen Außen, wie Jan Reimer, drehte sich die Begegnung erneut und der Vorsprung wuchs rasch an. Beim 26:20 (52.) schien das Spiel entschieden zu sein.
Allerdings spielten die Gäste in den letzten Minuten Mann gegen Mann und konnte den Gastgebern noch ein paar Bälle stehlen. So kamen sie noch einmal auf zwei Treffer heran (27:25, 56.) und durften ein letztes Mal hoffen. Aber einige starke Abwehraktionen des TUSEM und die gut ausgespielten Tore durch Schoss oder Dennis Szczesny brachten letztendlich die Entscheidung zum 31:28.
„Es war ein tolles Spiel, hat viel Spaß gemacht und ein guter Kampf von uns. Dieses Mal hat vieles gepasst. Wir hatten vielleicht noch ein paar Fehler im Angriff zu viel, aber am Ende macht jeder wichtige Tore, hat seine Aktionen und wir machen insgesamt ein tolles Spiel. So kann es gerne die nächsten Spiele weitergehen“, freute sich Max Neuhaus nach dem Sieg.
Auch Trainer Daniel Haase hatte gute Laune: „Ich bin sehr stolz auf das Team, die Mannschaftsleistung war herausragend. Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit viele Ballgewinne in der Abwehr, die Jungs haben das echt gut gemacht. Wir hatten einen recht guten Matchplan, wollten viel Eins-gegen-Eins in den Nahtstellen spielen. Die Heimsiege brauchen wir auch. Unser Anspruch ist ja nicht Vorletzter zu werden, sondern unsere Aufgaben zu machen und jetzt wird es mal wieder Zeit ein Auswärtsspiel zu gewinnen.“
Kommenden Freitag (6. Dezember) geht es für den TUSEM auswärts gegen die HSG Nordhorn-Lingen. Anwurf im Euregium ist um 20 Uhr.
TUSEM Essen – HBW Balingen-Weilstetten 31:28 (13:12). TUSEM: Wipf, Plaue; Wilhelm, Göttler (4), Hermeling (1), Wolfram (1), Homscheid (8/5), Eißing (1), Reimer (2), Szczesny (3), Szuharev, Neuhaus (3), Kostuj, Mast (1), Werschkull (1), Schoss (6). Balingen: Kornecki, Nagy; Blomgren (4), Matthes (1), Leimeter (3), Huber (1), Ingason, Santos, Grüner (2), Timmermeister (3), Müller (3), Fügel (1), Schneibel (2), Heinzelmann (4), Pfattheicher (4/3). Schiedsrichter: M.Klinke/S.Klinke (Bordesholm). Siebenmeter: 5/5 – 3/3. Strafminuten: 8 – 12. Zuschauer: 1421. Foto: Dennis Ewert.
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