Nach der deutlichen Niederlage gegen den HC Elbflorenz Dresden startete der TUSEM mit ordentlich Wut im Bauch in die Partie gegen Dormagen. Die ersten Minuten waren sofort recht emotional, die Gäste feierten sich für jede gelungene Aktion – und legten sich hier und da auch mal mit dem Gegner an. Schon früh gab es den ersten Aufreger, als Dormagens Florian Böhnert seinen Gegenspieler Alexander Schoss im Gesicht traf. Das Schiedsrichter-Duo zückte schon früh die rote Karte. Zunächst war es ein recht ausgeglichenes Spiel, bei dem beide Torhüter schnell erste Paraden verzeichnen konnten.
Allerdings erspielten sich die Hausherren einen leichten Vorteil, angetrieben von Krischa Leis im Rückraum. Er sorgte selbst immer wieder für Torgefahr oder setzte seine Kollegen gut in Szene. Auch Moritz Köster im Rückraum war einige Male gefährlich. Dabei hatte der TUSEM in der ersten Hälfte das Zentrum ganz gut im Griff, vernachlässigte jedoch die Außenpositionen.
Auf der anderen Seite machten die Essener einige hektische Fehler, darunter Pässe ins Aus oder Ballverluste durch Stürmerfouls und Co.. So konnte sich Dormagen weiter absetzen und letztendlich mit einer komfortablen 16:12-Führung in die Halbzeitpause gehen.
Der TUSEM tat sich schwer in einen Fluss zu kommen und musste sich jeden Treffer hart erarbeiten. Der Wille war da, auch im zweiten Durchgang. Felix Göttler und Max Neuhaus brachen immer wieder mal durch, insgesamt verteidigte Dormagen aber sehr griffig und zu einfachen Treffern kamen die Gäste nur dann, wenn es ganz schnell ging. Aber auch in der zweiten Hälfte blieben einige Chancen auf der Strecke.
Dormagen erlaubte sich zwar eine kleine Schwächephase und war für einige Minuten ebenfalls nicht mehr so zielstrebig, doch die Hausherren fingen sich. Auch, weil der TUSEM es verpasste, das Momentum weiter auszunutzen und die Partie auf seine Seite zu ziehen. Die Chance war da, spätestens beim 20:19 (41.). Aber es folgten weitere Ungenauigkeiten, unter anderem beim diesmal glücklosen Felix Eißing. Es waren insgesamt beim TUSEM allerdings zu viele Kleinigkeiten, die wichtige Tore verhinderten.
Und so blieb Dormagen ruhig und setzte sich in der Schlussphase entscheidend ab. Da machte auch die rote Karte gegen Luca Krist (dritte Zeitstrafe) kurz vor dem Ende nichts mehr aus. Der TUSEM musste sich ein weiteres Mal geschlagen geben – obwohl es genügend Chancen gab das Derby zu drehen.
Erfreulich aus Sicht des TUSEM war der erste Einsatz von Neuzugang Adin Faljic, der in der Schlussphase erste Minuten im roten Trikot sammeln und sich direkt in die Torschützenliste eintragen konnte. Ab sofort wird der bosnische Nationalspieler intensiver mit der Mannschaft trainieren und in den kommenden Wochen sicherlich eine gute Unterstützung sein.
„Wir wussten, dass wir nicht noch einmal so auftreten können wie gegen Dresden. Ich finde schon, dass wir Möglichkeiten hatten. Dormagen gewinnt das verdient, weil sie spielbestimmend waren. Wir kämpfen uns immer wieder zurück, aber spielen dann die Überzahl nicht gut aus, werfen die Bälle nicht rein oder kriegen mit dem letzten Pass des Gegners doch noch ein Gegentor. Hier wäre deutlich mehr drin gewesen, wenn wir das Momentum für uns besser genutzt hätten. Das haben wir leider nicht geschafft. Wir sind mit vielen Emotionen ins Spiel gestartet, das hat die Mannschaft fantastisch gemacht. Umso enttäuschender ist es, dass wir nicht punkten konnten“, sagte TUSEM-Trainer Kenji Hövels nach der Niederlage.
Für die Essener geht es schon am kommenden Mittwoch (23. September) weiter, dann mit der zweiten Runde des DHB-Pokals. In der Sporthalle „Am Hallo“ geht es gegen den 1. VfL Potsdam, Anwurf ist um 19.30 Uhr.
TSV Bayer Dormagen – TUSEM Essen 28:26 (16:12). Dormagen: Conzen, Simonsen; Krist (2), Leun (1), Hüter, Döpner, Leis (7), Böhnert, Kriescher, Köster (3), Böckenholt (5/3), Strosack (4/1), Schmidt (3), Scholl, Leitz, Hein (3). TUSEM: Knaack, Diedrich; Mart (1), Göttler (7), Willner (4), Faljic (1), Homscheid, Eißing, Schley, Wolf, Neuhaus (4), Kostuj, Hejny, Mast (4), Werschkull, Schoss (5). Siebenmeter: 4/5 – 0/1. Strafminuten: 8 – 10. Rote Karte: Böhnert (4., Grobes Foul), Krist (56., dritte Zeitstrafe). Schiedsrichter: Bona (Remscheid)/Frank (Radevormwald). Zuschauer: 1496. Foto: Dennis Ewert.
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