Nach dem umjubelten Sieg im DHB-Pokal beim ASV Hamm-Westfalen (31:30) unter der Woche, ging es für den TUSEM nun in der Liga um die nächsten Punkte. Es wartete der TSV Bayer Dormagen und damit der Ex-Verein einiger Essener. Unter anderem kehrten Jan Reimer, Tim Mast, Alex Schoss und Finn Wolfram an die alte Wirkungsstätte zurück. Und die Rückkehr hatten sie sich sicherlich anders vorgestellt.
Denn der TUSEM fand nicht wirklich in das Derby, lag schon nach wenigen Minuten mit 0:5 zurück. Dormagen startete konzentriert und war im Angriff eiskalt. Währenddessen hatten die Gäste einige Probleme eine kompakte Abwehr zu stellen und in der Offensive leisteten sie sich zu viele technische Fehler und vergebene Chancen. Nils Homscheid erlöste das Team von der Margarethenhöhe mit dem ersten Treffer nach sechs Minuten. Zudem verhinderte Torhüter Dennis Wipf mit seinen Paraden Schlimmeres.
Nach einer guten Viertelstunde lief es für den TUSEM besser, nun war etwas mehr Schwung im Angriff zu spüren. Die Hereinnahme von Felix Göttler tat gut und Dormagen hatte nun in der Abwehr deutlich mehr zu tun. Doch auf der anderen Seite konnten die Essener ihre Gegner nur selten richtig stoppen. Sören Steinhaus gab im Rückraum den Ton an und setzte seine Mitspieler immer wieder gut in Szene – oder er traf selbst. Auch wenn sich die Mannschaft von Trainer Daniel Haase steigerte, kam sie nicht so recht heran. Kurz vor der Pause schlichen sich wieder Fehler ein und so stellten die Dormagener den alten Vorsprung von fünf Treffern wieder her. Mit einem 18:13 ging es in die Kabinen.
Nach der Pause wollte der TUSEM eine andere Körpersprache auf die Platte bringen und sich noch einmal herankämpfen. Zunächst sah dies auch gut aus, die Abwehr hielt die ersten Minuten dicht. Der TSV kam erst nach acht Minuten zum ersten Treffer, zudem musste Moritz Köster nach zu hartem Einsteigen mit einer roten Karte vom Feld. Doch auch die Gäste konnten in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs nicht viel öfter über Tore jubeln, weshalb das Spiel nicht so recht kippen wollte. In der Folge nahm das Derby Fahrt auf, war teilweise recht wild.
Dormagen war etwas besser im Rhythmus und leistete sich weniger Ballverluste und Fehlwürfe. Auch wenn der TUSEM noch einmal alles versuchte und Trainer Daniel Haase früh die dritte Auszeit nahm, wurde es nicht mehr wirklich spannend. Zu deutlich war der Vorsprung der Gastgeber, die an diesem Abend mit Sören Steinhaus und Felix Böckenholt nicht nur gute Schützen hatten, sondern auch einen starken Torhüter Christian Ole Simonsen. Letztendlich wackelte der Heimsieg zu keinem Zeitpunkt und die Essener mussten eine deutliche Niederlage einstecken.
„Im Endeffekt haben wir die Startphase völlig verschlafen und sind dem Rückstand hinterhergelaufen. Von daher bin ich sehr unzufrieden, dass wir da so unkonzentriert waren und sehr viele technische Fehler hatten. Wir waren in der Abwehr nicht aggressiv und griffig genug. In der Halbzeit haben wir die Köpfe nochmal hochgenommen und uns aufgebäumt. Immerhin hatten wir die Chance nochmal auf zwei Tore heranzukommen. Letztendlich war der Sieg für Dormagen verdient und wir müssen die Niederlage akzeptieren. Wir müssen im nächsten Spiel wieder konzentrierter und wacher in die Situationen kommen“, sagte TUSEM-Trainer Daniel Haase nach dem Derby.
Für die Essener steht am nächsten Sonntag (13. Oktober) das dritte Auswärtsspiel in Folge an, dann geht es gegen GWD Minden. Anwurf in der Kreissporthalle Lübbecke ist um 17 Uhr.
TSV Bayer Dormagen – TUSEM Essen 30:21 (18:13). Dormagen: Oberosler, Simonsen; Krist (2), Reuland (3/1), Senden (3), Leis (1), Böhnert (1), Kriescher (2), Köster, Mertens, Böckenholt (6), Schroven (4), Schmidt (1), Steinhaus (7), Sondermann. TUSEM: Wipf, Plaue; Wilhelm (1), Göttler (3), Hermeling (1), Wolfram, Homscheid (8/5), Reimer (1), Eißing (1), Szczesny (2), Szuharev, Neuhaus, Kostuj (1), Mast (3), Werschkull, Schoss. Schiedsrichter: Kijowski (Koblenz)/Strüder (Mainz). Siebenmeter: 1/1 – 5/5. Strafminuten: 8 – 4. Rote Karte: Köster (Dormagen, 36., grobes Foul). Zuschauer: 1328. Foto: Dennis Ewert.
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