Zwei Wochen waren seit der Auswärtsniederlage beim EHV Aue vergangen. Zeit genug, um die richtigen Schlüsse aus dem enttäuschenden Auftritt beim Schlusslicht zu ziehen und sich auf die nächste schwere Aufgabe gegen Dessau vorzubereiten. Doch davon war am Samstagabend vor knapp 1700 Zuschauen wenig zu sehen. Die Essener fanden schwer in die Partie und bekamen insbesondere auf Dessaus besten Torschützen, Timo Löser, keinen Zugriff. Die Dessauer führten schnell mit 3:5 (10.) und bauten ihren Vorsprung kontinuierlich aus. Zur Halbzeit lag das Team von Uwe Jungandreas bereits mit vier Toren in Front - lautstark unterstützt von rund 70 Fans aus Sachsen-Anhalt. Den heimischen Fans blieb also nur die Hoffnung auf den zweiten Durchgang, in welchem die Essener das Spiel auf ihre Seite ziehen wollten.
Schwacher Start in Halbzeit zwei - Wolfram setzt auf "Wut im Bauch"
Doch wer auf eine Aufholjagd des TuSEM spekulierte, wurde eines Besseren gelehrt. Die Blau-Weißen starteten deutlich besser in Hälfte zwei und waren beim 11:17 in Minute 35 schon weit enteilt. TuSEM-Coach Michael Hegemann reagierte mit einer Auszeit und versuchte, seine Mannschaft neu einzustellen. Doch die Maßnahmen des 47-Jährigen fruchteten nur bedingt. Dessau verwaltete den Vorsprung größtenteils mit der nötigen Cleverness und ließ die Essener nicht mehr herankommen. Spätestens nach dem 22:26 durch Jakub Hrstka (58.) war die Messe gelesen. Am Ende jubelten die Männer aus Sachsen-Anhalt über verdiente zwei Auswärtspunkte, während die TuSEM-Spieler enttäuscht von der Platte schlichen. Kreisläufer Finn Wolfram fand nach der Partie am DYN-Mikrofon deutliche Worte: „Seit der Winterpause tun wir uns einfach extrem schwer, der Wurm ist irgendwie drin. Ich kann die Niederlage heute kaum an einzelnen Sachen festmachen. Gegen Bietigheim hoffen wir einfach darauf, mit viel Wut im Bauch zwei Punkte einzufahren." Das angesprochene Auswärtsspiel am kommenden Sonntag (31. März) wird derweil alles andere als leicht, befindet sich Bietigheim doch mitten im Aufstiegsrennen. Dennoch bietet sich dem TuSEM dann wieder die Chance, zwei Zähler im Abstiegskampf einzufahren.
TuSEM Essen: Diedrich, Fuchs - Ellwanger (2), Wolfram (1), Wilhelm (1), Homscheid (5/4), Asmussen (1), Szczesny (1), Seidel, Klingler (2), Neuhaus (1), Rose, Mast (1), Werschkull (1), Schoss (7)
Dessau-Roßlauer HV: Ambrosius, Patzwaldt - Bones, Löser (8), Hrstka (6/2), C. Haake, Sohmann (3/1), Baumgart, Misovych, F. Haake (2), Emanuel, Danneberg (3), Hertzfeld (2), Pust (3), Leu (1)
Schiedsrichter: Friedel/Herrmann
Zuschauer: 1685
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