15 Tage liegen zwischen der Partie beim Aufsteiger TuS Vinnhorst und dem Heimspiel gegen Großwallstadt. Einerseits viel Zeit also, um sich zu erholen und zu regenerieren. Andererseits mussten die Essener gewiss auch die Enttäuschung darüber verarbeiten, das Auswärtsspiel beim Aufsteiger aus Hannover nicht gewonnen zu haben. Anstatt die beruhigende Führung, die sich der TUSEM bis kurz vor Schluss erarbeitet hatte, über die Zeit zu bringen, wurden die Essener hektisch und unkonzentriert. Vergebene Siebenmeter und inkonsequente Abschlüsse – gepaart mit einem großem Kämpferherz der Gastgeber – mündeten schließlich in einem 22:22-Unentschieden. Die Woche – angefangen mit dem schwierigen Auswärtsspiel in Dessau-Roßlau (29:29) und gefolgt von der denkbar knappen Heimniederlage gegen Bietigheim (24:25) – war sicherlich überaus anstrengend gewesen. Dennoch waren sich die Essener einig, dass das Unentschieden in Vinnhorst, gerade im Angesicht des Spielverlaufs, deutlich zu wenig war. Nichtsdestotrotz sollte der TUSEM nicht allzu unzufrieden mit dem Saisonstart sein. Nach zehn gespielten Partien stehen die Essener mit 11:9-Punkten auf dem siebten Tabellenplatz und haben mit einem etwaigen Heimsieg gegen Großwallstadt die große Chance, den Anschluss an die Spitzengruppe zu bewahren.
Das Duell am Sonntag ist indes ein echtes Traditionsduell. Der TV Großwallstadt ist einer der klangvollsten Namen des deutschen Handballs und konnte insbesondere in den 80er-Jahren große Erfolge feiern. Insgesamt stehen für den Klub aus dem unterfränkischen Landkreis Miltenberg – klammert man den Feldhandball aus – sechs deutsche Meisterschaften zu Buche. Dazu kommen vier Pokalsiege und zwei Erfolge beim Europapokal der Landesmeister, Vorgänger der heutigen Champions League. Die Gegenwart sieht derweil etwas trister aus, seit 2013 war Großwallstadt nicht mehr in der ersten Liga vertreten. Trainer der Bayern ist seit dieser Saison Handball-Urgestein Michael Roth, der einst als Spieler selbst für den TUSEM auflief. Für Essens Chefcoach Michael Hegemann bietet das Spiel am Samstag die perfekte Gelegenheit, das Spiel gegen Vinnhorst vergessen zu machen: „Auch am Sonntag geht es für uns darum, unser Spiel durchzudrücken, idealerweise über die vollen 60 Minuten. Das ist uns in Vinnhorst nicht gut gelungen. Die schwächeren Phasen wollen wir kleinhalten und die Vorsprünge, die wir uns potentiell erarbeiten, nicht so schnell hergeben.“ Großwallstadt steht derzeit mit einem ausgeglichenen Punktekonto auf dem 10. Tabellenplatz. Ein großer Coup gelang den Blau-Weißen am dritten Spieltag, als sie Bietigheim in eigener Halle mit 34:33 schlugen. Dieses Kunststück gelang dem TUSEM bekanntermaßen nicht. Am Sonntag wollen die Essener deshalb den Grundstein für eine neue Heimserie legen.
Personell sieht es bei den Essenern unverändert aus. Hegemann betonte, dass seine Jungs die Länderspielpause durchaus „gebraucht“ haben, um sich ein Stück weit zu erholen. Bis auf den bekannten Ausfall von Philipp Asmussen sollten aber alle Spieler einsatzbereit sein. Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich am frühen Sonntagabend in die Sporthalle am Hallo begibt, um die Jungs lautstark zu unterstützen. Tickets gibt es unter TUSEMessen.de/tickets und an der Abendkasse. Für alle Daheimgebliebenen besteht die Möglichkeit, die Partie bei DYN zu verfolgen.
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