Heimsiege sind naturgemäß immer ein Grund zum Feiern. Und doch jubelten die Essener besonders ausgelassen über den Erfolg gegen Hagen. Über die gesamten 60 Minuten war es ein regelrechter Abnutzungskampf gewesen, mit dem besseren Ende für die Jungs von der Margarethenhöhe. Der Heimsieg war vor allem einem zu verdanken: Torhüter Lukas Diedrich erwischte einen absoluten Sahnetag. Rund 56% gehaltene Bälle, eine schier unfassbare Quote. Diese starke Torhüterleistung konnte die erneut ausbaufähige Performance in der Offensive kaschieren. Dennoch wird der TUSEM in den letzten Spielen des Jahres einige Schippen im Angriff drauflegen müssen. Gegen Hagen punktete also vor allem die Defensive. Lukas Diedrich selbst gab gegenüber der „WAZ“ zu Protokoll, dass „die ganze Abwehr gute Arbeit geleistet hat“. Das tut diese indes bereits über die gesamte Spielzeit hinweg, stellt der TUSEM auch nach 15 absolvierten Spieltagen die beste Abwehr der Liga. Doch vorne drückt einfach der Schuh: Mit nur 378 geworfenen Toren besitzen die Essener den schwächsten Angriff aller 18 Mannschaften. Zum Vergleich: Torhungrigstes Team ist der ASV Hamm-Westfalen, mit exakt 100 Toren mehr als der TUSEM.
Die nächste Chance, das eigene Torekonto aufzufüllen, bietet sich den Essenern am Sonntag im Sportzentrum Hüttenberg. Der gastgebende TV steht zwar momentan nur auf dem 13. Tabellenplatz, hat aber in den Spielen gegen die Top-Teams der Liga stets eine gute Figur abgegeben. Jüngst, am vergangenen Spieltag unterlagen die Mittelhessen dem ASV Hamm-Westfalen nur knapp mit 29:31. Gegen Nordhorn konnte das Team von Cheftrainer Stefan Kneer, seines Zeichens Ex-Nationalspieler, sogar punkten (32:32). Dennoch streut Hüttenberg immer mal wieder dürftigere Auftritte mit ein, so gesehen bei der 25:29-Auswärtsniederlage beim EHV Aue. Überhaupt erlebt der Ex-Erstligist eine turbulente Spielzeit, was nicht zuletzt an finanziellen Problemen lag. Mitte Oktober sickerte durch, dass dem TVH fast eine halbe Million Euro fehlt, um den Spieltrieb aufrechtzuerhalten. Kurze Zeit später dann die frohe Kunde, als Hüttenberg bekanntgab, dass das finanzielle Loch (überraschend) schnell geschlossen werden konnte. Geschäftsführer Timm Schneider sprach damals von einem „überwältigendem Gefühl“. Nun wird es für die Jungs aus der 10.000-Einwohner-Gemeinde nahe Gießen darum gehen, auch sportlich wieder die Kurve zu kriegen und sich tabellarisch zu verbessern. In der vergangenen Saison gewann der TUSEM beide Spiele gegen Hüttenberg. Vor allem das damalige Auswärtsspiel war bemerkenswert: Am 26. Dezember führten die Essener lange Zeit, auch deutlich, verspielten aber Tor um Tor. Am Ende entschied ein Siebenmeter von Nils Homscheid nach Ablauf der Spielzeit die Partie zugunsten des TUSEM. Gegen einen ähnlichen Spielverlauf, wenn man das Verspielen der Führung ausklammert, sollten die Essener nichts einzuwenden haben. Bereits am kommenden Mittwoch steht für den TUSEM dann die nächste Partie auf dem Programm – und die hat es in sich: Der amtierende Pokalsieger, die Rhein-Neckar Löwen geben sich im Achtelfinale des DHB-Pokals die Ehre. Doch erstmal liegt der Fokus auf Hüttenberg und dem sicherlich nicht einfachen Auswärtsspiel. Der TUSEM freut sich über jeden Fan, der sich auf die Reise macht, um die Jungs vor Ort zu unterstützen. Tickets gibt es unter: https://www.huettenberg-handball.de/tickets
Für alle Daheimgeblieben besteht die Möglichkeit, die Partie bei DYN zu verfolgen.
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