Im zweiten Heimspiel der Saison war ein starker und ambitionierter Gegner in der Arena „Am Hallo“ zu Gast. Der TuS N-Lübbecke kam dabei mit gleich zwei ehemaligen Essenern ins Ruhrgebiet: Trainer Michael Haaß und Linksaußen Tom Skroblien. Letztendlich sollte es für beide Akteure kein allzu schöner Abend werden, denn der TUSEM verlangte den Gästen alles ab. Die Gastgeber standen in der Abwehr von Beginn an stabil und hielten die Ostwestfalen gut vom Tor fern. In fast allen Defensivaktionen konnte man bei den Essenern volle Überzeugung erkennen und damit hatten sie Fynn Hangstein und Co. gut im Griff.
Zudem versuchten sie im Angriff mutig aufzutreten, gepaart mit der nötigen Geduld. Dies gelang sehr ordentlich, zumal der TUSEM schwer ausrechenbar war. Denn als Torschützen kamen an diesem Abend alle in Frage – egal ob Max Neuhaus, Felix Klingler oder Tim Mast. Auch hier war in den Aktionen reichlich Überzeugung zu sehen, was sich auch im Ergebnis ausdrückte. Die Hausherren blieben in Führung und hielten ihre Gäste auf Abstand. Mit der Halbzeitsirene traf Felix Klingler noch zum 15:12 und verschaffte seinem Team damit eine noch bessere Ausgangslage für den zweiten Durchgang.
Nettelstedt-Lübbecke gab die Hoffnung nicht auf und versuchte durch einige Änderungen das Spiel zu drehen. Zum einen spielte das Team von Trainer Haaß phasenweise eine offensivere Deckung, zum anderen stand nun der ehemalige Nationalspieler Nikolas Katsigiannis zwischen den Pfosten. Und der Routinier verzeichnete direkt ein paar Paraden, weshalb der TuS nach zwischenzeitlichem Vier-Tore-Rückstand auf zwei Treffer verkürzte.
Der TUSEM erlaubte sich insgesamt aber kaum Fehler und hatte immer die richtige Antwort parat. Dennis Szczesny und Nils Homscheid wirbelten neben Neuhaus im Rückraum und machten einige Lücken in der gegnerischen Abwehr aus. Das sorgte dafür, dass sich die Essener zu Beginn der Schlussphase schon ein ordentliches Polster erarbeiteten. Generell leistete nicht nur die Abwehr gute Arbeit, sondern eben auch der Angriff. Einen Anteil am Erfolg hatte auch Philipp Asmussen, der immer wieder den Weg in die Tiefe ging und wichtige Treffer beisteuerte.
Dementsprechend gut war die Stimmung bei den heimischen Fans, die den TUSEM in der Schlussphase auch ein Stück weit zum Heimsieg trugen. „Es hat sehr viel Spaß gemacht. Auch dank der Zuschauer, denn die Stimmung war richtig schön. Es war unfassbar, wie wir verteidigt haben. Egal, ob hinten oder vorne: jeder hat gefightet. Von daher waren es verdiente zwei Punkte und wir freuen uns alle sehr. Gut, dass wir uns für die Arbeit belohnen konnten“, freute sich Asmussen nach dem Sieg.
Auch Trainer Michael Hegemann war zufrieden: „Wenn man gesehen hat, mit wieviel Leidenschaft und Engagement die Truppe gespielt hat, dann macht es einfach Riesen-Spaß. Was wir verteidigt und an Beinarbeit hingelegt haben, war sensationell. Zudem ist es auch nicht alltäglich, dass wir 31 Tore werfen. Von daher war es für uns ein sehr runder Abend.“
Der TUSEM ist damit saisonübergreifend auch nach dem 17. Heimspiel in Folge ungeschlagen. Nun geht es mit einem Auswärtsspiel im DHB-Pokal weiter. Am kommenden Dienstag (3. Oktober) steht das Drittrunden-Duell beim Regionalligisten HC Gelpe/Strombach. Anwurf in der Gummersbacher Sporthalle der Gesamtschule Derschlag ist um 17 Uhr.
TUSEM Essen – TuS Nettelstedt-Lübbecke 31:28 (15:12). TUSEM: Fuchs, Diedrich; Ellwanger, Wolfram (2), Wilhelm (1), Homscheid (3/2), Asmussen (3), Eißing, Szczesny (3), Seidel, Klingler (6), Neuhaus (6), Rose (2), Mast (2), Werschkull (1), Schoss (2). Lübbecke: Katsigiannis (1), Grabenstein; Genz (4), ten Velde (2), Ebner (4), Hangstein (5/1), Petreikis, Kontrec (2), Mrakovcic (1), Wesseling, Nissen (5), Skroblien, Kloor (3), Süsser (1), Wieling. Schiedsrichter: Kauth (Taufkirchen)/Kolb (Augsburg). Siebenmeter: 2/3 – 1/2. Strafminuten: 8 (Disq. Schoss 57.) – 10. Zuschauer: 1358.
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